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Rätsel um massives Fischsterben im Rheindelta

Im Bereich Hard und Fußach sorgt ein ungewöhnliches Fischsterben derzeit für Aufsehen. Mehrere mögliche Ursachen stehen im Raum – Experten sprechen von einer Situation, die es so bislang nicht gegeben hat.

Im Rheindelta sind in den vergangenen Tagen vermehrt tote Fische entdeckt worden. Die Feuerwehr musste ausrücken, um die Lage zu prüfen und erste Maßnahmen zu setzen.

Ungewöhnliche Lage im Bodenseegebiet

Am 18. und 19. April wurde die Feuerwehr zunächst nach Fußach und anschließend in den Bereich "In der Schanz" in Hard alarmiert. Vor Ort ging es um die Abklärung eines Fischsterbens sowie um eine Nachkontrolle der Lage. Um einem möglichen Sauerstoffmangel entgegenzuwirken, wurde unter anderem eine Tauchpumpe eingesetzt, um das Wasser umzuwälzen.

Ein Großteil der Fische wurde bereits entsorgt, dennoch schwimmen in den Hafenbereichen noch einge an der Wasseroberfläche. ©Strobel/VOL.AT

Vor allem Giebel betroffen

Den Hauptanteil der verendeten Fische machen laut Fischereivereinen sogenannte Giebel aus, eine karpfenartige Fischart. "So viele Giebel haben wir noch nie gesehen", sagt Manfred Vetter vom Fischereiverein Rheindelta.

Auch Burkhard Wiedenbauer, Obmann des Fischereivereins Hard, bestätigt das Ausmaß: Ein beachtlicher Teil der verendeten Fische sei bereits durch Berufsfischer und den Fischereiverein Rheindelta entsorgt worden. Allein am vergangenen Sonntag wurden rund 60 Fische geborgen. Andere Fischarten wie etwa die Brachse seien hingegen nur vereinzelt betroffen.

Zwischen Algen und Blättern schwimmen die toten Fische. ©Strobel/VOL.AT

Mehrere Ursachen im Gespräch

Warum es aktuell zu diesem Fischsterben kommt, ist noch unklar. Laut den Fischereivereinen könnten mehrere Faktoren zusammenkommen. "Durch die lange andauernde Kälte sind die Fische geschwächt und anfällig für Krankheiten", erklärt Wiedenbauer. Zusätzlich sorge der starke Bejagungsdruck durch große Kormoranschwärme für erheblichen Stress unter den Fischschwärmen. Auch ein niedriger Sauerstoffgehalt in den flachen Kanälen wird als möglicher Faktor genannt.

Ob tatsächlich eine Krankheit – etwa durch Bakterien oder Viren – eine Rolle spielt, wird derzeit untersucht, so Vetter. Entsprechende Abklärungen laufen bereits durch einen Sachverständigen des Landes Vorarlberg. Ein Fischsterben in dieser Form habe es laut den Beteiligten bislang noch nicht gegeben. "Wir wussten nicht mal, dass es so viele Giebel im Boxensee gibt."

(VOL.AT)

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