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Rechnungshof kritisiert langsame Sanierung von Altlasten in Vorarlberg

Alte Deponien machen heute noch Probleme.
Alte Deponien machen heute noch Probleme. ©Canva/Themenbild
In Österreich sind Ende 2024 insgesamt 353 Altlasten bekannt, weitere 1.247 Flächen stehen kurz vor der Ausweisung.

Diese können von belastetem Grundwasser über kontaminierte Böden bis hin zu gasförmigen Schadstoffen reichen, wie der Rechnungshof berichtet. Altlasten umfassen ehemalige Deponien (Altablagerungen) und Betriebsstandorte (Altstandorte), die saniert oder gesichert werden müssen.

Altlasten: Hunderte belastete Flächen in Österreich

Altlasten sind Flächen mit ehemaligen Deponien oder Betriebsstandorten, die verschiedene Gefährdungen wie belastetes Grundwasser, kontaminierte Böden oder explosive Gemische verursachen können. Der Rechnungshof zählte Ende 2024 353 bekannte Fälle in Österreich, mit weiteren 1.247 Flächen, die bald als Altlast ausgewiesen werden. Altlasten umfassen Altablagerungen (Deponien) und Altstandorte (Betriebsstandorte).

Bei Altablagerungen wurden Abfälle ohne ausreichende Abdichtung deponiert, während bei Altstandorten umweltgefährdende Stoffe ohne notwendige Schutzmaßnahmen gehandhabt wurden. Altlasten können gesichert werden, um die Ausbreitung von Schadstoffen zu unterbinden, oder saniert, um Schadstoffe zu entfernen oder zu reduzieren. Die Schadstoffquelle verbleibt bei der Sicherung vor Ort. In Vorarlberg kann die Sanierung bzw. Sicherung Jahre dauern, kritisiert der Rechnungshof.

Verzeichnis der Altlasten in Vorarlberg

  • Chemische Fabrik Eberle, Hard (dekontaminiert)
  • Lech Bodenalpe (gesichert)
  • Mineralölkontamination Riedgasse (Bäckerei Spiegel), Dornbirn (Altlast)
  • Malonsbach, Röthis (Altlast)
  • Fußacher Werft (Altlast)
  • Galvanikschlammdeponie Collini, Hohenems (Altlast)
  • Bäckerei Kopf, Dornbirn (Altlast)
  • Verzinkerei Zimmermann, Dornbirn (Altlast)
  • Garnfabrik Schoeller - Färberei*, Hard (Altlast)

* Der Altstandort "Garnfabrik Schoeller - Färberei" wurde vorab in das Altlastenverzeichnis aufgenommen. Eine rechtsverbindliche Ausweisung in der Altlastenatlasverordnung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Quelle: altlasten.gv.at

Beispiele für Altlasten in Vorarlberg

Das Umweltbundesamt nennt die Altablagerung "Fußacher Werft" in Vorarlberg, wo Industrie- und Hausmüll abgelagert wurde, die Schadstoffemissionen ins Grundwasser aber gering sind. In Dornbirn ist der Altstandort "Bäckerei Spiegel" bekannt, wo Heizöl Leicht zu erheblicher Untergrundverunreinigung führte, die Grundwasserbelastung aber gering ist. Auch der Altstandort "Bäckerei Kopf" in Dornbirn weist eine erhebliche Untergrundverunreinigung durch Heizöl Leicht auf.

Weitere Beispiele und Gefahrenpotenziale

In Hohenems gibt es die Altlast "Galvanikschlammdeponie Collini" mit erheblichen Mengen an Schwermetallen und Cyaniden, die jedoch aktuell keine signifikante Grundwasserbeeinflussung zeigt. Die Altablagerung "Malonsbach" in Röthis, ein ehemaliges Torfabbaugebiet mit großen Mengen an Hausmüll und Bauschutt, stellt aufgrund ihres Deponiegasemissionspotentials eine erhebliche Umweltgefahr dar.

Rechnungshof kritisiert langsame Sanierung

Die Länder melden Flächen und führen Erfassungsprogramme durch, das Umweltbundesamt beurteilt die Gefährdung. Die Zeitspanne von der Erfassung einer Altlast bis zur ersten geförderten Sanierungs- oder Sicherungsmaßnahme beträgt im Median 3,1 Jahre österreichweit. In Vorarlberg dauert dies überdurchschnittlich lange, zuletzt sechs Jahre.

Bundesweit sind 95 Prozent der Altlasten erfasst, in Vorarlberg jedoch nur die Hälfte. Von neun Flächen mit Altlasten in Vorarlberg sind zwei gesichert oder dekontaminiert, 32 Verdachtsflächen müssen noch untersucht werden.

Abgeschlossene Sanierungen

Ein Standort in Lech, wo zwischen 1966 und 1989 Müll und Bauschutt abgelagert wurde, gilt als längst gesichert. Ende der 1990er wurde in Hard der Standort der "chemischen Fabrik Eberle", wo Chemikalien verarbeitet wurden, dekontaminiert.

(Red.)

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