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Reinbacher debütiert in der NHL und setzt gleich ein Zeichen

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Lustenauer steht erstmals in der NHL auf dem Eis und nutzt seine Chance sofort. Für Vorarlberg ist das mehr als nur ein Debüt.

Ein Debüt, das in Erinnerung bleibt

Es ist einer dieser Momente, auf die ganz Vorarlberg gewartet hat. In der Nacht auf Montag betrat David Reinbacher erstmals das Eis der National Hockey League (NHL) und setzte gleich ein Ausrufezeichen. Beim 4:1-Erfolg der Montreal Canadiens gegen die New York Islanders bereitete der 21-jährige Lustenauer das 3:0 durch Alex Newhook vor.

David Reinbacher feierte in der Nacht auf Montag sein NHL-Debüt. ©APA

11 Minuten und 17 Sekunden Eiszeit stehen am Ende seines ersten NHL-Abends. Zahlen, die mehr erzählen als bloße Statistik. Sie markieren den Beginn eines Kapitels, das für den Vorarlberger Eishockeysport historisch ist.

Denn mit Reinbacher spielt nun neben Marco Rossi (Vancouver Canucks) ein zweiter Vorarlberger in der besten Liga der Welt.

Der Lustenauer (vorne) lieferte beim 4:1-Erfolg seiner Montreal Canadiens gegen die New York Islanders den Assist zum 3:0. ©APA

Vom Verletzungspech zum großen Moment

Der Weg dorthin war kein geradliniger. Reinbacher, 2023 an fünfter Stelle gedraftet und damit neben Thomas Vanek der höchstgezogene Österreicher der Geschichte, wurde immer wieder zurückgeworfen. Zuletzt stoppte ihn ein Mittelhandbruch im September des vergangenen Jahres.

Der 21-Jährige ließ sich davon aber nicht zurückwerfen und formulierte sein Ziel für die laufende Saison damals schon klar: "Mein Ziel ist, irgendwann in diesem Jahr oben bei Montreal anzuklopfen und mich dann auch festzuhalten. Im ersten Schritt möchte ich mich Monat für Monat verbessern und so viel spielen und lernen wie möglich. Und natürlich gesund bleiben." Angeklopft hat er nun und er ist auf dem besten Weg, sich auch festzuhalten.

Der 21-Jährige hat mehr als nur angeklopft in der NHL. ©APA

Spontaner Einsatz und gleich mittendrin

Die Chance kam kurzfristig. Die Canadiens holten den Verteidiger am Sonntag aus der AHL vom Farmteam Laval Rocket hoch. Grund war der verletzungsbedingte Ausfall von Noah Dobson.

Reinbacher nutzte diese Gelegenheit sofort. Kein vorsichtiges Herantasten, kein Verstecken. Stattdessen ein Assist, solide Eiszeit und ein Auftritt, der zeigt, warum Montreal so viel Vertrauen in ihn setzt. Auch auf Social Media ist nur Positives über sein Debüt zu lesen. Kommentare auf dem offiziellen Instagram-Account der Canadiens lauten etwa: "Das war ein starkes Spiel von ihm! Ich bin gespannt, was er uns noch bieten wird." oder "Solides Debüt vom Jungen. Ich kann es kaum erwarten, bis er die Hater zum Schweigen bringt."

Vater schaffte es rechtzeitig über den großen Teich

Auch abseits des Eises spielte sich eine kleine Geschichte ab. Sein Vater Harald schaffte es trotz der Kurzfristigkeit mit viel Aufwand und Stress rechtzeitig nach New York, um diesen besonderen Moment live mitzuerleben.

Vater Harald schaffte es gerade noch rechtzeitig zum Spiel nach New York. ©Privat

Historische Dimension für Vorarlberg

Für Vorarlberg ist dieses Debüt mehr als nur eine persönliche Erfolgsgeschichte. Es ist ein Meilenstein. Nach Marco Rossi, der sein NHL-Debüt am 6. Jänner 2022 beim Spiel der Minnesota Wild gegen die Boston Bruins feierte, reiht sich nun ein weiterer Vorarlberger Name in die Liste der NHL-Cracks ein.

Blick Richtung Play-off

Ob sein Debüt ein einmaliger Einsatz bleibt, ist offen. Die Canadiens stehen bereits fix im Play-off. Sollte Reinbacher im Kader bleiben, könnte er sogar der einzige Österreicher in der entscheidenden Phase der Saison sein. Rossi mit Vancouver und Marco Kasper mit Detroit haben die Qualifikation verpasst.

Seine Leistungen in der AHL sprechen jedenfalls für ihn. In 59 Spielen sammelte er fünf Tore und 19 Assists für Laval Rocket.

Reinbacher wäre der einzige Österreicher in den Play-offs.

Bewegung im Vorarlberger Eishockey

Während Reinbacher in Montreal angekommen ist, kündigt sich bereits der nächste Vorarlberger an. Vinzenz Rohrer, der bereits 2022 von den Canadiens gedraftet wurde, soll nach dem Saisonende mit den ZSC Lions in der Schweizer Eishockeyliga in die AHL nach Laval wechseln und dort die Spielzeit beenden.

Eishockey

Bisherige Einsätze der Österreicher in der NHL

Überblick nach dem Debüt von David Reinbacher für die Montreal Canadiens. Play offs in Klammern.
Nr. Spieler Spiele Tore Assists Hinweis
1 Thomas Vanek Stürmer | 2005 bis 2019 1.098 (69) 373 (21) 416 (15)
2 Michael Grabner Stürmer | 2009 bis 2020 680 (40) 175 (9) 101 (6)
3 Michael Raffl Stürmer | 2013 bis 2022 629 (39) 96 (7) 94 (4)
4 Marco Rossi Stürmer | seit 2022 239 (6) 59 (2) 79 (1) aktiv
5 Andreas Nödl Stürmer | 2008 bis 2013 195 (12) 15 (0) 21 (0)
6 Marco Kasper Stürmer | seit 2023 157 (0) 27 (0) 28 (0) aktiv
7 Thomas Pöck Verteidiger | 2004 bis 2009 122 (4) 8 (0) 9 (3)
8 Christoph Brandner Stürmer | 2003/04 35 (0) 4 (0) 5 (0) Erster NHL Torschütze aus Österreich am 12. Oktober 2003
9 Reinhard Divis Torhüter | 2001 bis 2006 29 (1) 0 (0) 0 (0) Erster Österreicher mit NHL Einsatz am 7. April 2002
10 David Reinbacher Verteidiger | seit 2026 1 (0) 0 (0) 1 (0) aktiv
Hauptrunde zuerst, Play offs in Klammern.

Rossi punktet dreifach

Auch Marco Rossi sorgte am Wochenende für Schlagzeilen. Mit den Vancouver Canucks feierte der Rankweiler gleich zwei Siege in Folge. Beim 4:3 gegen die San Jose Sharks steuerte er einen kuriosen Treffer bei.

Nur einen Tag später wurde Rossi endgültig zum Matchwinner: Beim 4:3-Auswärtssieg nach Verlängerung gegen die Anaheim Ducks erzielte er in 18:49 Minuten Eiszeit das entscheidende Tor in der Overtime und bereitete zudem einen weiteren Treffer vor.

(VOL.AT)

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