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Rekord bei Schul-Suspendierungen in Vorarlberg

©Mit KI (chatgpt) generiertes Symbolbild / OpenAI
Bis Ende Mai wurden bereits 125 Suspendierungen ausgesprochen. Damit liegt die Zahl schon jetzt über dem Wert des gesamten vergangenen Schuljahres. Besonders betroffen sind Mittelschulen und Volksschulen.

Die Zahl der Suspendierungen an Vorarlbergs Schulen hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie aktuelle Daten der Bildungsdirektion Vorarlberg laut einem ORF-Bericht zeigen, wurden im laufenden Schuljahr bis Ende Mai bereits 125 Suspendierungen ausgesprochen. Im gesamten Schuljahr 2024/25 waren es noch 114 Fälle.

Suspendierung als letztes Mittel

Eine Suspendierung kann ausgesprochen werden, wenn laut Gesetz "Gefahr in Verzug" besteht. Das betrifft Fälle, in denen Schülerinnen und Schüler andere Personen gefährden, gewalttätig werden oder erheblich den Schulbetrieb stören.

"Die Suspendierung ist eine Sicherungsmaßnahme", erklärte Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion Vorarlberg gegenüber dem ORF. Sie sei das letzte Mittel, wenn eine dauernde Gefährdung von Mitschülerinnen und Mitschülern oder anderen an der Schule tätigen Personen hinsichtlich ihrer "Sittlichkeit, körperlichen Sicherheit oder ihres Eigentums" vorliege.

Mittelschulen am stärksten betroffen

Ein Blick auf die Zahlen des vergangenen Schuljahres zeigt, dass knapp 45 Prozent aller Suspendierungen Schülerinnen und Schüler an Mittelschulen betrafen. Rund 32 Prozent entfielen auf Volksschulen.

Die Bildungsdirektion verweist laut ORF-Medienbericht darauf, dass die Zahlen über mehrere Jahre hinweg insgesamt steigen. Die Corona-Jahre seien aufgrund von Schulschließungen und Homeschooling jedoch nur eingeschränkt vergleichbar.

Schulen sollen konsequenter handeln

Den Anstieg seit dem Schuljahr 2022/23 führt die Bildungsdirektion unter anderem auf vermehrt auftretende "herausfordernde Verhaltensweisen" einzelner Schülerinnen und Schüler zurück. Zudem seien Schulen verstärkt dafür sensibilisiert worden, bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen die gesetzlichen Möglichkeiten konsequent anzuwenden, sagte Mettauer laut dem ORF.

Neue Regeln ab Herbst

Derzeit können Schülerinnen und Schüler bei Gefahr in Verzug für bis zu vier Wochen vom Schulbesuch suspendiert werden. Ab Herbst soll österreichweit eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung eingeführt werden. Ziel ist es, die Wiedereingliederung der betroffenen Kinder und Jugendlichen in ihre Klassen zu unterstützen.

In Vorarlberg existiert ein entsprechendes Angebot laut Bildungsdirektion bereits seit rund 30 Jahren über die Schulsozialarbeit der Aqua Mühle. Dieses werde weiterhin angeboten. Zusätzlich sei eine pädagogische Begleitung durch die Schulen vorgesehen. Die konkrete Umsetzung werde derzeit noch abgestimmt.

Mit September tritt außerdem eine neue bundesweite Definition von "Gefahr in Verzug" in Kraft. Demnach können Suspendierungen etwa bei vorsätzlichen Angriffen, furchterregenden Bedrohungen, beharrlicher Verfolgung, Herabwürdigung oder mutwilliger Beschädigung von Eigentum ausgesprochen werden. Laut den erläuternden Bemerkungen zum Gesetz müssen solche Handlungen "mehr als ein alters- oder milieubedingtes Verhalten darstellen".

Entwicklung auch bundesweit sichtbar

Der Anstieg beschränkt sich nicht auf Vorarlberg. Nach Angaben des Ö1-Morgenjournals wurden im vergangenen Schuljahr österreichweit rund 2000 Suspendierungen verzeichnet. Mehrere Bundesländer melden bereits vor Schuljahresende höhere Zahlen als im gesamten Vorjahr. In der Steiermark stieg die Zahl laut Ö1 von 95 auf 200 Fälle. In Oberösterreich wurden im laufenden Schuljahr bereits rund 500 Suspendierungen gezählt. Auch in Wien wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Dort wurden im vergangenen Schuljahr rund 800 Suspendierungen registriert.

(VOL.AT)

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