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Rekord bei Suspendierungen: Was Schüler an Vorarlbergs Schulen beobachten

Jugendliche über die Situation an Schulen.
Jugendliche über die Situation an Schulen. ©VOL.AT/Emilia Waanders
Emilia Waanders (VOL.AT) emilia.waanders@russmedia.com
Noch nie in den vergangenen Jahren mussten Schulen so oft zu Suspendierungen greifen. Die Gründe liegen nicht nur an einzelnen Vorfällen. Auch Schüler sehen Veränderungen – allerdings andere, als viele Erwachsene vermuten würden.

Die Zahl der Suspendierungen an Vorarlbergs Schulen hat einen neuen Höchststand erreicht. Bis Ende Mai wurden bereits 125 Schülerinnen und Schüler vom Unterricht suspendiert. Damit liegt die Zahl schon jetzt über dem gesamten Vorjahr. VOL.AT hat bei Jugendlichen in Dornbirn nachgefragt, wie sie die Situation an ihrer Schule erleben.

Video: Das sagen Schülerinnen und Schüler

Wie nehmen Jugendliche die Situation selbst wahr? VOL.AT hat in Dornbirn Schülerinnen und Schüler nach ihren Erfahrungen befragt. Im Video erzählen sie, ob sie Gewalt, Mobbing oder Konflikte an ihren Schulen beobachten und wie sie zu Suspendierungen stehen.

Zahl der Suspendierungen steigt weiter

Wie aktuelle Daten der Bildungsdirektion Vorarlberg zeigen, wurden im laufenden Schuljahr bis Ende Mai bereits 125 Suspendierungen ausgesprochen. Im gesamten Schuljahr 2024/25 waren es 114 Fälle.

Eine Suspendierung kann verhängt werden, wenn Schülerinnen oder Schüler andere Personen gefährden, gewalttätig werden oder den Schulbetrieb erheblich stören. Laut Bildungsdirektion handelt es sich dabei um eine Sicherungsmaßnahme und um das letzte Mittel.

Suspendierungen an Vorarlbergs Schulen steigen deutlich

Anzahl der Suspendierungen pro Schuljahr
2018/19
97
2019/20
60
2020/21
43
2021/22
76
2022/23
92
2023/24
98
2024/25
114
2025/26
125
2025/26 wurden bis Ende Mai bereits 125 Suspendierungen gezählt – der höchste Wert der vorliegenden Reihe.
Hinweis: Die Corona-Jahre 2019/20 bis 2021/22 sind wegen Schulschließungen und Homeschooling nur eingeschränkt vergleichbar.

Mittelschulen besonders betroffen

Besonders häufig betroffen sind Mittelschulen. Im vergangenen Schuljahr entfielen rund 45 Prozent aller Suspendierungen auf diese Schulform. Etwa ein Drittel der Fälle betraf Volksschulen.

Die Bildungsdirektion führt den Anstieg unter anderem auf vermehrt auftretende herausfordernde Verhaltensweisen einzelner Schülerinnen und Schüler zurück. Gleichzeitig seien Schulen stärker dafür sensibilisiert worden, die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten konsequent anzuwenden.

Suspendierungen nach Schultyp

Vorarlberg, Schuljahr 2024/25
MS
50
VS
36
ASO
17
AHS
7
PTS
3
BMHS
1
Fast jede zweite Suspendierung entfiel 2024/25 auf Mittelschulen (50 Fälle). Volksschulen verzeichneten 36 Suspendierungen.
Quelle: Bildungsdirektion Vorarlberg. Insgesamt wurden im Schuljahr 2024/25 landesweit 114 Suspendierungen registriert.

Neue Regeln ab Herbst

Ab dem kommenden Schuljahr gelten österreichweit neue Vorgaben. Neben einer verpflichtenden pädagogischen Begleitung während einer Suspendierung wird auch die Definition von "Gefahr in Verzug" erweitert.

Suspendierungen sollen künftig unter anderem bei vorsätzlichen Angriffen, schweren Bedrohungen, beharrlicher Verfolgung, Herabwürdigungen oder mutwilliger Beschädigung von Eigentum möglich sein. Ziel ist es, die Sicherheit an Schulen zu erhöhen und gleichzeitig die Wiedereingliederung betroffener Schülerinnen und Schüler besser zu begleiten.

Hintergrund

Warum die Zahlen steigen

Laut Bildungsdirektion hängt der Anstieg seit 2022/23 vor allem mit mehr herausfordernden Verhaltensweisen einzelner Schüler:innen und einer stärkeren Sensibilisierung der Schulen zusammen.

+36 % Anstieg von 92 Suspendierungen im Schuljahr 2022/23 auf 125 im Schuljahr 2025/26.
Letztes Mittel Eine Suspendierung gilt als Sicherungsmaßnahme bei Gefahr im Verzug.
Neue Regeln ab 1. September 2026 Bundesweit treten neue Suspendierungsbestimmungen und eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung in Kraft.

(VOL.AT)

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