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Röntgen für den Teddy: So nimmt das LKH Kindern die Angst

Einmal im Jahr wird das LKH Feldkirch zum Teddybärkrankenhaus. Mehr als 1.200 Kinder bringen ihre Kuscheltiere zur Behandlung – vom Röntgen bis zur Operation. Organisiert wird die Aktion von Studierenden und Auszubildenden verschiedener Medizin- und Gesundheitsberufe. Ziel ist es, jungen Patienten den Klinikalltag verständlich zu machen und Berührungsängste abzubauen. Wenn der Teddy Hilfe braucht Mitten im Behandlungsraum kippt ein Teddybär um. Die kleinen „Teddy-Eltern“ stehen aufmerksam daneben, helfen mit und erleben, wie Erste Hilfe funktioniert. Was wie ein Rollenspiel wirkt, ist pädagogisch durchdacht. Das Krankenhaus wird zur Lernstation – kindgerecht, offen und ohne Zeitdruck. Von der Aufnahme bis zur Apotheke Der Rundgang beginnt bei der Anamnese. „Was hat der Teddy? Hat er Allergien? Nimmt er Medikamente?“, fragen die Studierenden. Danach folgt die Untersuchung: Das Herz wird abgehört, die Atmung geprüft und ein Blick ins Blutlabor geworfen. Beim Ultraschall dürfen die Kinder selbst das Gerät führen, beim Röntgen entsteht ein Bild „vom Inneren“. Wer einen Bruch hat, bekommt einen Gips. Wunden werden versorgt, Zähne kontrolliert. Zum Abschluss geht es in die Apotheke. Dort warten symbolische Medikamente – ein „Gute-Besserung-Apfel“, eine „Bleib-gesund-Banane“ oder ein kleiner „Zaubersaft“. Auch das Rote Kreuz ist vertreten und erklärt, was im Notfall passiert und wie Hilfe organisiert wird. Lernen für beide Seiten Die Diagnosen der Kuschelpatienten könnten unterschiedlicher kaum sein: eine Katze kurz vor der Geburt, ein schmerzender Arm, verschluckte Gegenstände oder plötzlich nachlassendes Gehör. Für die Beteiligten aus den unterschiedlichsten Medizin- und Gesundheitsberufen ist die Aktion weit mehr als ein Spiel. „Die kindgerechte Kommunikation ist nicht so leicht“, sagt Alissa Jenny, Leiterin des Teddybärkrankenhauses. Gerade deshalb biete das Krankenhaus eine ideale Gelegenheit, praktische Erfahrung zu sammeln. Komplexe Abläufe werden in einfache Bilder übersetzt. Beim Röntgen heißt es etwa: „Wir machen ein Foto vom Teddy von den Knochen.“ Und um Blut zu erklären, hilft ein Vergleich aus dem Alltag: „Ein Auto braucht Benzin – wir Menschen brauchen Blut". Ein anderer Blick aufs Krankenhaus Der Andrang von Schulen und Kindergärten ist groß. Viele Kinder bringen Respekt vor weißen Kitteln oder Spritzen mit. Ganz weg wären die Ängste nach dieser Aktion nicht, so Elementarpädagogin Michaela. Aber sie würden kleiner werden. Nach rund 30 Minuten ist der Rundgang beendet. Die Teddys sind versorgt, die Fragen gestellt. Und für viele Kinder ist das Krankenhaus an diesem Tag kein bedrohlicher Ort mehr, sondern einer, an dem geholfen und erklärt wird. Ein Perspektivenwechsel – auf Augenhöhe. (LÄNDLE TV)
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