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Schoch ortet Sexismusskandal in Faschingszeitung

Sandra Schoch stört sich am Inhalt des "Schnorrapfohl".
Sandra Schoch stört sich am Inhalt des "Schnorrapfohl". ©VOL.AT/Mayer, Stadt Bregenz, Screenshot "Schnorrapfohl"
Der Bregenzer "Schnorrapfohl", ein Fixpunkt des Bregenzer Faschings seit über 70 Jahren, ist auch in diesem Jahr wieder gefüllt mit allerlei Geschichten über bekannte Bregenzer Persönlichkeiten.

In diesem Jahr ist auch die Bregenzer Vizebürgermeisterin Sandra Schoch von den Grünen ins Visier der spitzen Feder geraten.

Während die meisten - vielfach wenig vorteilhaft genannten - Protagonisten der Faschingszeitung dies mit Humor oder Gleichmut aufnehmen, kann Schoch über die Art und Weise, wie sie in der aktuellen Ausgabe dargestellt wurde, so gar nicht lachen.

Was darf Satire?

Grundsätzlich heißt es ja, Satire darf alles. Doch wo endet der Spaß und wo ist eine Grenze erreicht? Wenn es nach der Vizebürgermeisterin geht, haben die Macher des Blattes in diesem Jahr besagte Grenze überschritten. Von der Biologiestudentin Sandy, die sich am liebsten beim Waldbaden entblößt und in ihrer Freizeit "und wenn du gehst, geht auch dein Teil mit dir" singt, ist hier zu lesen.

Offenbar als zu hart empfindet Sandra Schoch ihre Darstellung in der aktuellen Ausgabe des Bregenzer "Schnorrapfohl". ©Screenshot Schnorrapfohl

Empörte Reaktion

Nachdem sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe geworfen und sich selbst auf Seite 6(!) wiedergefunden hat, wurde die Politikerin auf Social Media aktiv. "Wenn der Bregenzer Kinderfasching Verein Sexismus gegen Frauen einsetzt um ihre Faschingszeitung zu verkaufen ... dann geht es wohl um die Leitkultur in Österreich von der alle reden", schreibt Schoch sich ihren Unmut von der Seele.

Unverständnis bei den Blattmachern

Angesprochen auf die Empörung von Schoch zeigt man von Seiten des für die Herausgabe des Blattes verantwortlichen Vereins Ore Ore Kinderfasching, wenig Verständnis für die Reaktion der Vizebürgermeisterin. "Wenn ich an die Causa Reichart denke, bei der auch die Vizebürgermeisterin öffentlich diffamiert hat - und dabei hat es sich nicht um einen satirischen "Schnorrapfohl" gehandelt - dann verstehe ich die Dünnhäutigkeit nun nicht wirklich", so der Obmann des Vereins im Gespräch mit VOL.AT. Die Beiträge im "Schnorrapfohl" würden von professionellen Agenturen erstellt und auch von Anwälten geprüft. Auch der Querverweis zum Kinderfasching stößt den Verantwortlichen sauer auf. Zwar zeichnet der Verein für die Faschingszeitung verantwortlich und ein Teil der Einnahmen gehen auch in die Organisation des Kinderfaschings, allerdings richte sich die Zeitung dezidiert nicht an Kinder, sondern sei klar ein Teil des traditionellen Bregenzer Faschingstreibens.

"Hintergrund nicht ideal transportiert"

Angesprochen auf den Grund für den Beitrag, der nicht nur von Schoch kontrovers diskutiert wird, gibt man von Seiten der Verantwortlichen zu, dass man den Hintergrund hätte besser ausarbeiten können.

So bezieht sich der Beitrag auf Schochs Auftritt im Vorarlberger Landtag, als sie bei der Abstimmung zur Legalisierung von Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung gegen ihre eigene Fraktion gestimmt hat. Die Erklärung dafür habe sie in einer nicht enden wollenden Wortmeldung im Landtag abgegeben, was bei den restlichen Abgeordneten teilweise die Geduld stark strapazierte, heißt es von Seiten der "Schnorrapfohl"-Macher.

(VOL.AT)

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