Schon lange vor der Diagnose: Dieses Warnsignal kann auf Demenz hindeuten
Eine neue Studie legt nahe, dass Veränderungen im Schlafverhalten bereits Jahre vor einer Alzheimer-Diagnose auftreten können.
Schlafprobleme werden häufig auf Stress oder Belastung im Alltag zurückgeführt. Doch chronischer Schlafmangel oder Störungen im Tiefschlaf können weitreichende gesundheitliche Folgen haben. Neben Auswirkungen auf Konzentration und Leistungsfähigkeit stehen sie auch im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Veränderungen zeigen sich früh
Forschende der University of Kentucky kommen in einer in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Untersuchung zum Schluss, dass gestörter Tiefschlaf ein mögliches frühes Anzeichen für Alzheimer sein könnte. Demnach zählen Schlaf- und Stoffwechselveränderungen zu den ersten körperlichen Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen. Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz.
Laut den Studienautoren werden Schlafunterbrechungen, verminderter Tiefschlaf und veränderte Schlafzyklen bereits viele Jahre vor dem Auftreten kognitiver Beeinträchtigungen beobachtet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schlafstörungen nicht nur Begleiterscheinungen sein könnten, sondern möglicherweise auch zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen.
REM-Schlaf im Fokus
Bereits eine Studie der Universität Toronto aus dem Jahr 2024 hatte Hinweise geliefert, dass Auffälligkeiten im Schlafverhalten mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer oder Parkinson verbunden sein könnten. Wird die sogenannte REM-Phase – die Phase, in der besonders intensiv geträumt wird – gestört, sei das Risiko für eine spätere Hirnerkrankung deutlich erhöht. Hinweise könnten etwa ungewöhnliche Bewegungen oder heftige Reaktionen während dieser Schlafphase sein.
Die Forschenden aus Kentucky betonen in ihrem Fazit, dass gezielte Ansätze zur Verbesserung von Schlaf- und Kreislaufverhalten möglicherweise dazu beitragen könnten, die Hirnfunktion zu erhalten und das Fortschreiten von Erkrankungen wie Alzheimer zu verzögern.
Mögliche frühe Anzeichen einer Demenz
Typische Warnsignale einer beginnenden Demenz können sein:
- Gedächtnisprobleme: Häufiges Vergessen von Terminen, Namen oder kürzlich erlebten Ereignissen.
- Schwierigkeiten im Alltag: Probleme beim Planen, Rechnen oder bei vertrauten Tätigkeiten wie Kochen nach bekannten Rezepten.
- Orientierungsprobleme: Verwechslung von Zeit, Ort oder Jahreszeiten, Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden.
- Wahrnehmungsstörungen: Einschränkungen beim räumlichen Sehen oder beim Erkennen von Farben und Kontrasten.
- Sprachprobleme: Schwierigkeiten, passende Worte zu finden oder Gesprächen zu folgen.
- Veränderungen im Verhalten: Auffällige Stimmungsschwankungen, Rückzug oder Veränderungen im Urteilsvermögen.
Die Forschenden betonen, dass bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden eine ärztliche Abklärung empfohlen wird.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
(VOL.AT)