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Schon mit elf wollte Gabriel Steiner (31) Pfarrer werden – jetzt übernimmt er einen Pfarrverband

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Schon als Kind war Kaplan Gabriel Steiner (31) dem Glauben eng verbunden.
Schon als Kind war Kaplan Gabriel Steiner (31) dem Glauben eng verbunden. ©VOL.AT/Rausch

Im Herbst übernimmt Kaplan Gabriel Steiner (31) den Pfarrverband Blons-St. Gerold-Thüringerberg. Seine Entscheidung für die Kirche deutete sich schon früh an.

Manche Menschen bleiben ihrem Kindheitswunsch treu. So auch Kaplan Gabriel Steiner (31): Schon als Jugendlicher engagierte er sich in seiner Heimatgemeinde Nüziders als Ministrant, Organist und Pfarrgemeinderat.

In seiner Heimatgemeinde Nüziders war Steiner als Ministrant tätig.
In seiner Heimatgemeinde Nüziders war Steiner als Ministrant tätig. ©VOL.AT/Rausch

"Mit elf Jahren habe ich einmal beiläufig gesagt, dass ich Pfarrer werden möchte", sagt der 31-Jährige. "Aber auch Lokomotivführer und Bauer."

Die Orgel befindet sich in einem neuromanischen Gehäuse.
Die Orgel befindet sich in einem neuromanischen Gehäuse. ©VOL.AT/Rausch

Berufswunsch Priester

Später wurde dieses Thema vor seiner Matura in Bludenz wieder präsent. "Ich konnte vieles in Betracht ziehen, zum Beispiel Agrarökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Es hat mich vieles interessiert. Doch durch die Orgelmusik und die guten Kontakte zu Pfarrern hat mich der Wunsch, Priester zu werden, nicht mehr losgelassen."

Die Pfarrkirche in Blons gehört zum Dekanat Walgau-Walsertal.
Die Pfarrkirche in Blons gehört zum Dekanat Walgau-Walsertal. ©VOL.AT/Rausch

Bereits während der Schulzeit interessierte sich Steiner für Religion, christliche Mystik und Theologie. Er setzte sich mit Fragen auseinander, wie die Bibel zu verstehen ist und warum die Kirche so ist, wie sie ist.

"Wo kommen wir her?"

Vor allem philosophische Fragen haben den neugierigen Mann schon früh beschäftigt: "Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was bedeutet es, dass Gott alles geschaffen hat? Wie ist die Bibel zu verstehen? Was ist gut, was ist böse? Was bedeutet Leben, was bedeutet Tod?"

Steiner im Gespräch mit Pater Christoph Müller (r.), dem er im September nachfolgt.
Steiner im Gespräch mit Pater Christoph Müller (r.), dem er im September nachfolgt. ©VOL.AT/Rausch

Seinen Zivildienst leistete er anschließend in der Propstei St. Gerold, in der sich ein Begegnungszentrum des Klosters Einsiedeln befindet.

Als sich Steiner später die Frage stellte, ob er Priester werden möchte, beantwortete er sie mit einem klaren Ja. Ausschlaggebend war für ihn vor allem ein Gedanke: "Ich wollte nicht mit 40 mit Frau und Kind zu Hause sitzen und mir denken, dass ich es doch hätte probieren sollen."

Die Pfarrkirche Blons wurde 1684 errichtet.
Die Pfarrkirche Blons wurde 1684 errichtet. ©VOL.AT/Rausch

Das Theologiestudium, das er in Innsbruck und Indien absolvierte, reichte ihm jedoch nicht aus. Der Schritt zum Priester war daher nur folgerichtig. "Entscheidend war für mich das Gesamtkonzept: den persönlichen Glauben zu leben und ihm innerhalb der Gemeinschaft der Kirche eine konkrete Aufgabe zu geben."

Auf sein Alter angesprochen, erzählt Steiner eine amüsante Anekdote: "Mahatma Gandhi und ich haben am selben Tag Geburtstag, nämlich am 2. Oktober. Deshalb habe ich auch in Indien Theologie studiert, weil mein Geburtstag dort ein Feiertag ist."

Gebet, Orgel, Bergsteigen

Seine Kraft und Inspiration schöpft der Geistliche aus dem Gebet, dem Orgelspiel, dem Singen, dem Bergsteigen und der Gartenarbeit. Doch Zeit für regelmäßiges Orgelspiel findet der umtriebige Kaplan nur selten. Bis vor Kurzem unterrichtete er Religion an der Volksschule in Altach, ab Herbst wird er an der Tourismusschule in Bludenz tätig sein.

Kaplan Gabriel Steiner steht vor einer seiner künftigen Wirkungsstätten, der Pfarrkirche in Blons.
Kaplan Gabriel Steiner steht vor einer seiner künftigen Wirkungsstätten, der Pfarrkirche in Blons. ©VOL.AT/Rausch

Das Christentum hilft Steiner nicht nur dabei, die Herausforderungen des Lebens zu meistern, sondern auch, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. "Wir leben in einer Zeit, in der wir gefordert sind und beschenkt werden. Die Frage ist immer, aus welcher Perspektive ich auf die Herausforderungen schaue."

Gerade der christliche Glaube schenkt viel Inspiration, kreative Kraft, Halt und Orientierung, um die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Nachfolge von Pater Müller

2023 wurde der als "Bergpfarrer" bekannte Kaplan zum Priester geweiht. Wie berichtet, übernimmt er am 1. September den Pfarrverband Blons-St. Gerold-Thüringerberg. Er folgt dem Schweizer Pater Christoph Müller, der in Pension geht.

Pater Christoph aus der Schweiz betreute die Pfarren Blons, St. Gerold und Thüringerberg seit 2003.
Pater Christoph aus der Schweiz betreute die Pfarren Blons, St. Gerold und Thüringerberg seit 2003. ©VOL.AT/Rausch

Zuvor war Steiner im Pfarrverband Katholische Kirche am Kumma mit den Pfarren Altach, Götzis-Meschach, Koblach und Mäder tätig. Neben Taufen, Hochzeiten und Beichten begleitet er in der Seelsorge auch Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Zur Person:
Name:
 Gabriel Steiner
Alter: 31
Wohnort: Thüringerberg
Beruf: Kaplan
Ausbildung: Orgel (Stella Feldkirch), Propädeutikum in Linz, Theologiestudium in Innsbruck und Indien
Hobbys: Wandern, Orgelspielen, Lesen, Singen

(VOL.AT/Rausch)

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