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Schüler in Vorarlberg systematisch gemobbt: 96 Anfragen bei Bildungsdirektion

Insgesamt 96 Konflikt-Anfragen erreichten im Schuljahr 2024/25 die Koordinationsstelle Mobbing der Bildungsdirektion Vorarlberg.
Insgesamt 96 Konflikt-Anfragen erreichten im Schuljahr 2024/25 die Koordinationsstelle Mobbing der Bildungsdirektion Vorarlberg. ©APA
Ein zehnjähriger Bub aus Feldkirch berichtet von systematischem Mobbing. Insgesamt 96 Konfliktanfragen erreichten im Schuljahr 2024/25 die Koordinationsstelle Mobbing der Bildungsdirektion Vorarlberg. Wie reagiert das System?

Die Schule soll für Kinder und Jugendliche ein sicherer Ort sein. Doch Konflikte und Mobbingfälle stellen diesen Anspruch immer wieder infrage. Im Schuljahr 2024/25 gingen bei der Koordinationsstelle Mobbing der Bildungsdirektion Vorarlberg insgesamt 96 Anfragen ein – das bestätigt die Behörde auf Anfrage des ORF.

Mit Beginn des Schuljahres wurde die Stelle personell neu besetzt und umfassend umstrukturiert. Ziel sei es gewesen, standardisierte Abläufe zu etablieren, um Konflikt- und Mobbingfälle rasch und transparent zu bearbeiten.

96 Anfragen im Schuljahr 2024/25

Von den 96 gemeldeten Fällen betrafen laut Bildungsdirektion 91 Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern. In drei Fällen ging es um Auseinandersetzungen zwischen Schülern und Lehrpersonen, in zwei Fällen zwischen Eltern und der Schulleitung.

Die meisten Meldungen kamen von Eltern oder Angehörigen (71 Fälle). Zehnmal meldete sich die Schulleitung selbst, viermal Lehrpersonen. Nur in einem Fall wandte sich eine Schülerin oder ein Schüler direkt an die Koordinationsstelle. 15 Anfragen gingen anonym ein.

Regional betrachtet gab es im Bezirk Bregenz mit 29 Anfragen die meisten Meldungen, gefolgt von Feldkirch mit 28, Dornbirn mit 16 und Bludenz mit acht. Die meisten Konflikte wurden aus Mittelschulen gemeldet (44 Anfragen), gefolgt von Volksschulen (24 Anfragen).

Zehnjähriger aus Feldkirch schildert Mobbing

Auslöser für die Anfrage des ORF war der Fall eines zehnjährigen Buben aus Feldkirch. Er berichtet, dass er von Mitschülerinnen und Mitschülern nicht nur verbal beschimpft, sondern auch körperlich angegriffen werde. "Ich versuche schon, das richtig abzuwehren. Aber es bringt einfach gar nichts", sagt der Bub.

Seine Mutter habe das Problem bereits im Herbst 2025 in der Schule angesprochen. Laut ORF habe dies zunächst keine nachhaltige Verbesserung gebracht. Der Klassenvorstand ordnete an, WhatsApp-Gruppen zu löschen, in denen beleidigende Nachrichten verschickt worden seien. In einem Schreiben stellte er in Aussicht, bei weiterem Cybermobbing eine Anzeige zu empfehlen.

Die Schulleitung teilte dem ORF schriftlich mit, man sei "stets um einen internen Lösungsversuch in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit bemüht". Erst wenn diese Bemühungen nicht erfolgreich seien, werde die Mobbingstelle der Bildungsdirektion eingeschaltet.

Maßnahmenplan in Ausarbeitung

Inzwischen hat sich die Mutter selbst an die Koordinationsstelle gewandt. Man sei bereits mit der Schule in Kontakt, sagt Doris Hörburger von der Koordinationsstelle Mobbing. In den nächsten Gesprächen werde ein Maßnahmenplan erstellt.

Hörburger betont, dass es keine generelle Meldepflicht gebe. Die Verantwortung liege zunächst bei der jeweiligen Schule. Unterstützungspersonen vor Ort sollten genutzt werden, da sie die Situation im Schulalltag unmittelbar beobachten könnten.

Eine Suspendierung der beteiligten Schülerinnen und Schüler sei "die letzte Instanz". Jeder Fall werde individuell behandelt. Ziel sei es, die Situation für betroffene Kinder nachhaltig zu verbessern.

Die Koordinationsstelle Mobbing ist bei der Bildungsdirektion Vorarlberg angesiedelt. Sie berät Schulen, Eltern und Betroffene bei Konflikt- und Mobbingfällen, übernimmt jedoch keine direkten Disziplinarmaßnahmen – diese liegen bei der jeweiligen Schule.

(VOL.AT)

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