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Schweiz-Falle für Autofahrer: Das kann richtig teuer werden

Viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger pendeln täglich in die Schweiz zur Arbeit, fahren über die Schweiz Richtung Italien oder machen einen Städtetrip nach Zürich. Doch wer dort zu schnell ist oder Alkohol am Steuer hat, riskiert hohe Strafen – und sogar den Führerschein. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln.

Schweiz gilt als strengstes Land Europas

Wer von Vorarlberg aus Richtung Süden oder zum Flughafen Zürich unterwegs ist, fährt fast automatisch durch die Schweiz. Für viele ist es Routine. Doch genau hier lauert für Autofahrer eine oft unterschätzte Kostenfalle.

Denn: Die Schweiz gehört zu den strengsten Ländern Europas, wenn es um Verkehrsdelikte geht – besonders bei Tempoverstößen.

Diese Tempolimits gelten in der Schweiz

Anders als viele glauben, sind die Regeln klar festgelegt. Wenn keine anderen Verkehrsschilder gelten, greifen die landesweiten Limits:

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts: 80 km/h
  • Autostraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 120 km/h
In der Schweiz sind die Tempolimits klar festgelegt. ©APA/dpa

Gerade in Wohngebieten oder Begegnungszonen können die Limits aber deutlich niedriger sein – etwa 30 km/h. Hier wird besonders streng kontrolliert, da das Risiko für Fußgänger und Radfahrer höher ist.

Schon wenige km/h zu viel können teuer werden

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht. In der Schweiz wird bereits bei kleinsten Überschreitungen kassiert. Innerorts etwa kostet es:

  • 1–5 km/h zu schnell: 40 Franken
  • 6–10 km/h: 120 Franken
  • 11–15 km/h: 250 Franken

Auf der Autobahn beginnt es bei 20 Franken – doch auch hier wird es schnell teuer. Ab einer gewissen Grenze ist Schluss mit "einfach zahlen". Dann droht mehr.

In der Schweiz können bereits kleine Überschreitungen viel Geld kosten. ©APA/dpa

Ab wann der Führerschein weg ist

Sobald die Geschwindigkeit deutlich überschritten wird, spricht das Gesetz nicht mehr von einer Kleinigkeit. Statt einer Buße folgt ein Verfahren.

Beispiel:

  • Innerorts ab 21 km/h zu schnell: Anzeige und Führerscheinentzug von mindestens einem Monat
  • Auf Autobahnen ab 31 km/h: Anzeige und ebenfalls Führerscheinentzug möglich
Der Führerschein kann bei einer Übertretung der Geschwindigkeit schnell weg sein. ©APA

Die Besonderheit: In der Schweiz laufen Strafverfahren und Führerscheinmaßnahmen parallel. Heißt: Neben Geldstrafen kann auch der Ausweis weg sein. Und das kann richtig teuer werden. Denn die Geldstrafe richtet sich nach dem Einkommen und wird in sogenannten Tagessätzen berechnet.

"Raserdelikt": Wenn Tempo zur Straftat wird

Besonders drastisch sind die Folgen bei extremen Überschreitungen. Dann spricht die Schweiz von einem "Raserdelikt". Das gilt etwa bei:

  • 100 km/h in einer 50er-Zone
  • 200 km/h auf der Autobahn (120er-Limit)

Die Konsequenzen:

  • Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr
  • Führerscheinentzug für mindestens zwei Jahre
  • Fahrzeug kann beschlagnahmt werden

Spätestens hier ist klar: Das ist kein Kavaliersdelikt mehr.

Unterschied zu Österreich

Auch in Österreich drohen empfindliche Strafen. Bereits ab 0,8 Promille etwa gibt es Geldstrafen ab 800 Euro und mindestens einen Monat Führerscheinentzug. Ab 1,6 Promille oder bei Verweigerung eines Alkotests wird es besonders ernst: Neben Strafen von bis zu 5.900 Euro drohen mindestens sechs Monate Führerscheinentzug sowie amtsärztliche und verkehrspsychologische Untersuchungen.

Für Raser drohen empfindliche Strafen. ©APA

Bei schweren Tempoverstößen – etwa mehr als 60 km/h zu schnell innerhalb des Ortsgebietes – sind ebenfalls mehrere Monate Führerscheinentzug möglich, seit 2024 sogar mit Fahrzeugbeschlagnahme.

Zusammenfassend: In der Schweiz greifen die Maßnahmen oft schneller und konsequenter. Aber auch die österreichischen Regeln sind streng und können bei schweren Verstößen massive Konsequenzen nach sich ziehen.

Warum gerade Vorarlbergerinnen und Vorarlberger betroffen sind

Für viele im Ländle ist die Schweiz kein "Ausland", sondern Alltag:

  • Shopping in St. Gallen
  • Flüge ab Zürich
  • Urlaubsroute Richtung Italien

Gerade diese Routine macht es gefährlich. Wer die strengeren Regeln unterschätzt, zahlt schnell drauf.

Für viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gehören Fahrten in die Schweiz zum Alltag. ©APA

Fazit: Kleine Fehler, große Folgen

Die Schweizer Verkehrsregeln sind klar – und werden konsequent durchgesetzt. Schon kleine Überschreitungen können spürbare Kosten verursachen, größere Vergehen schnell existenzielle Folgen haben. Wer regelmäßig durch die Schweiz fährt, sollte sich dessen bewusst sein. Denn am Ende gilt: Ein paar km/h zu viel können die Fahrt deutlich teurer machen als geplant.

(VOL.AT)

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