Die Schweizer Milchbauern stehen unter Druck. In vielen Ställen wird derzeit mehr Milch produziert, als der Markt aufnehmen kann. Kühe müssen mehrmals täglich gemolken werden, eine Kuh gibt etwa sieben Liter Milch. Was nicht gebraucht wird, wird zu niedrigen Preisen auf dem Weltmarkt verkauft.
Preis schlägt Qualität
Warum aus der überschüssigen Milch nicht einfach mehr Käse gemacht wird? Für Milchbauer Werner Giezendanner ist die Antwort klar. Es gebe eine "Geiz ist geil"-Mentalität, sagte er gegenüber dem ORF. Der Preis zähle für viele stärker als die Qualität.
Für die Bauern wird die Lage damit zunehmend schwierig: Produzieren sie weiter, drücken Überschüsse die Preise. Reduzieren sie ihre Herden, verlieren sie oft wertvolle Tiere.
"Bedenkliche Entwicklung"
Immer mehr Milchkühe werden deshalb für die Fleischtierzucht verkauft. Viehhändler und Landwirt Hans Wachter sieht das kritisch: "Das ist eine bedenkliche Entwicklung, wenn die Milchkühe weniger wert sind als die Schlachtkühe."
Hoffnung gibt es nun durch die Alpmonate. Wenn die Kühe auf den Alpen frisches Gras fressen, geben sie weniger Milch. Das könnte den Markt zumindest vorübergehend entlasten.
(VOL.AT)