Schweizer Kanton sperrt Furkapass für Superreiche
Ferrari, Bugatti oder seltene Oldtimer vor spektakulärer Bergkulisse – genau damit wirbt der "Supercar Owners Circle" (SOC) für seinen exklusiven Event in Andermatt. Damit die Teilnehmer ungestört über die Alpenpässe fahren können, werden der Furka- und Oberalppass zeitweise komplett gesperrt.
Keine Wohnmobile. Keine Motorradfahrer. Keine Staus. Stattdessen freie Fahrt für Luxusautos.
Teilnahme kostet über 10.000 Franken
Der Spaß ist allerdings nur etwas für Vermögende. Das günstigste Paket kostet laut Veranstalter 10.219 Franken. Extras wie Autotransport oder Anreise mit dem Privatjet können zusätzlich gebucht werden.
Geboten wird dafür einiges: Die Teilnehmer übernachten im Luxusresort "The Chedi" in Andermatt, fahren über abgesperrte Alpenpässe und dürfen auf dem Flughafen Ambri ihre Sportwagen ausfahren.
Zu sehen gibt es dabei Fahrzeuge, die normalerweise kaum auf öffentlichen Straßen auftauchen.
Warum macht der Kanton da mit?
Genau diese Frage beschäftigt derzeit viele Schweizer. Warum werden öffentliche Straßen gesperrt, damit einige wenige Superreiche freie Fahrt genießen können?
Der Kanton Uri verteidigt die Bewilligung. Laut Behörden werde jede Sperre gemeinsam mit Polizei, Gemeinden und Tourismusorganisationen geprüft.
Für die Region sei der Event wirtschaftlich wichtig. Thomas Christen, Tourismusdirektor von Andermatt-Urserntal, spricht von einem "spür- und sichtbaren Stellenwert für Autobegeisterte und Fotografen aus aller Welt".
Vor allem Hotels und Gastronomie würden profitieren – besonders in der Nebensaison.
Sperren dauern nur kurz
Ganz lahmgelegt werden die Alpenpässe allerdings nicht. Bereits im vergangenen Jahr dauerten die Sperren je nach Streckenabschnitt maximal rund eineinhalb Stunden.
Und: Nicht nur Autofahrer profitieren von autofreien Pässen. Im September 2026 soll auch der Klausenpass für einen Radtag komplett für Autos gesperrt werden.
(VOL.AT)