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Schwere Vorwürfe gegen UBS: 890 geheime Nazi-Konten entdeckt

Hunderte bislang unbekannte Bankkonten mit möglichem NS-Bezug rücken die frühere Credit Suisse erneut ins Zentrum der Kritik.
Hunderte bislang unbekannte Bankkonten mit möglichem NS-Bezug rücken die frühere Credit Suisse erneut ins Zentrum der Kritik. ©APA/AFP/FABRICE COFFRINI
Hunderte bislang unbekannte Bankkonten mit möglichem NS-Bezug rücken die frühere Credit Suisse erneut ins Zentrum der Kritik. Bei einer Anhörung im US-Senat wurden neue Details genannt – auch zur heutigen Eigentümerin UBS.

US-Senat befasst sich mit NS-Vermögen bei Schweizer Bank

Bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats am 4. Februar 2026 wurden schwere Vorwürfe gegen die frühere Credit Suisse erhoben, die inzwischen von der UBS übernommen wurde. Laut dem republikanischen Senator Chuck Grassley hat eine laufende Untersuchung Hinweise auf 890 Konten mit möglichem Bezug zum NS-Regime ergeben.

Darunter sollen sich laut Grassley auch Konten des wirtschaftlichen Arms der SS sowie einer deutschen Rüstungsfirma befinden. Die Untersuchungen laufen bereits seit 2020, wurden aber zuletzt deutlich ausgeweitet.

Vorwurf: Wichtige Informationen zurückgehalten

Grassley warf der Credit Suisse vor, im Zuge früherer Aufarbeitungsversuche relevante Informationen nicht offengelegt zu haben. Auch die heutige Eigentümerin UBS geriet in die Kritik: Sie habe die vollständige Aufklärung zuletzt verzögert oder behindert, so der Senator.

Barbara Levi, Chefjuristin der UBS Group AG, äußert sich als Zeugin vor dem Justizausschuss des US-Senats. ©APA/AFP/ROBERTO SCHMIDT

Grassley forderte die UBS auf, Verantwortung zu übernehmen und zur Wiedergutmachung historischen Unrechts beizutragen.

Streit um Millionen Akten und unklare Vermögenshöhe

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen rund 16,5 Millionen Dokumente, die im Zusammenhang mit möglichen NS-Vermögenswerten stehen sollen. Bislang wurden jedoch weniger als 300 Unterlagen öffentlich zugänglich gemacht.

Die UBS erklärte, der unabhängige Ermittler Neil Barofsky habe umfassenden Zugang zu den Archiven erhalten. Ausgenommen seien lediglich bestimmte Anwaltsschreiben aus den 1990er-Jahren.

Wie viel Geld tatsächlich auf den betroffenen Konten liegt, ist weiterhin unklar. Barofsky sprach bei der Anhörung von einem bisherigen Zwischenstand von rund 30 Millionen Franken. Der für Ende 2026 erwartete Abschlussbericht könnte jedoch deutlich höhere Summen ausweisen.

Brisante Vorwürfe zu Fluchthilfe nach 1945

Besonders sensibel sind Vorwürfe rund um sogenannte "Rattenlinien", über die Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen sein sollen. Grassley erklärte, die Credit Suisse habe dafür genutzte Büroräume an die argentinische Regierung vermietet.

Der Chef von UBS Americas, Robert Karofsky, bestätigte vor dem Ausschuss, dass Mitarbeiter der argentinischen Einwanderungsbehörde damals Konten bei der Bank geführt hätten.

(VOL.AT)

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