Benjamin Trailovic flog für seinen WM-Traum nach Philadelphia. Doch bevor er Fans fotografierte, wurde es im Flugzeug ernst.
Die Reise begann mit einem Schock. Eigentlich sollte Benjamin Trailovic entspannt von Zürich nach Philadelphia fliegen. Doch schon kurz nach dem Start wurde die Reise zu einer nervenaufreibenden Erfahrung. Wegen eines medizinischen Notfalls musste das Flugzeug in London außerplanmäßig landen.
"Dem Passagier vor mir ging es richtig schlecht, er musste sich von Start weg durchgehend übergeben", erzählt der 19-Jährige aus Bregenz gegenüber VOL.AT.
Am Ende ging dennoch alles gut. Trailovic erreichte Philadelphia und konnte dort seine Arbeit beim offiziellen FIFA Fan-Festival aufnehmen.
Zehn Tage mitten im Fußballfieber
Für den jungen Fotografen geht es dabei nicht um Tore oder spektakuläre Spielszenen. Seine Aufgabe ist eine andere. Er soll die Emotionen der Fans festhalten. Jubel, Begegnungen und jene kleinen Augenblicke, die den Fußball oft erst besonders machen.
Schon nach wenigen Tagen ist klar, dass sich die Reise für ihn gelohnt hat.
"Ich bin jetzt seit drei Tagen auf dem offiziellen FIFA Fan-Festival unterwegs, und es ist wirklich sehr, sehr krass. Es sind sehr viele Leute da. Die Stimmung ist wirklich mega", berichtet Trailovic direkt aus Philadelphia.
Zwischen den Spielen streift er mit seiner Kamera durch die Innenstadt, spricht mit Fans aus aller Welt und genießt jede Minute.
"Ich habe schon einige deutsche Fans hier in der Stadt getroffen", erzählt er. "Alle sind in richtig crazy guter Stimmung. Die haben einfach alle ihren Spaß. Ich finde es wirklich schön, dass ich hier dabei sein darf."
Gerade dieser Satz macht deutlich, worum es für den 19-Jährigen eigentlich geht. Nicht um Geld oder Prestige. Sondern darum, Teil eines Weltturniers zu sein und mit seiner Kamera Geschichten erzählen zu dürfen.
Begegnung mit einem WM-Spieler
Mitten zwischen den Fans wartete plötzlich ein Moment, mit dem Trailovic selbst nicht gerechnet hatte.
"Das Verrückteste, was ich hier miterlebt habe, war, dass ich einen Spieler von der Nationalmannschaft aus Curaçao kennengelernt habe, Kenji Gorre. Der war so cool einfach. Er hat einfach gefragt: ‚What’s up, how are you?‘ Er ist wirklich sehr entspannt."
Für Trailovic war es genau diese Lockerheit, die ihn beeindruckte. Trotz Weltmeisterschaft und internationaler Bühne begegnete ihm der Profifußballer völlig unkompliziert.
Freunde aus aller Welt
Neben den Begegnungen mit Fans und Spielern nimmt der Bregenzer vor allem eines aus den USA mit: neue Freundschaften. "Ich habe einfach meinen Spaß, habe hier ein paar coole Leute kennengelernt", erzählt er.
Dass er diese Reise komplett selbst finanziert und für seine Arbeit beim FIFA Fan-Festival keinen Lohn erhält, rückt angesichts solcher Erlebnisse in den Hintergrund. Flug, Unterkunft und sämtliche Kosten trägt der 19-Jährige aus eigener Tasche. Für ihn ist die Reise eine Investition in seine Zukunft als Fotograf.
Noch liegen einige Tage in Philadelphia vor ihm, insgesamt ist er zehn Tage in der Metropole mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Wenn Trailovic nicht gerade mit seiner Kamera Emotionen einfängt, erkundet er die sechstgrößte Stadt der USA. Seien es die legendären "Rocky Steps" vor dem Philadelphia Museum of Art oder das ehemalige Gefängnis "Eastern State Penitentiary", in dem Al Capone seine Haftstrafe absitzen musste. Auch die ikonische "LOVE"-Skulptur auf dem John F. Kennedy Plaza hat Trailovic bereits gesehen.
Für den jungen Bregenzer ist die Reise eine Erfahrung, die ihn als Fotograf und als Mensch prägen wird. Davon ist er überzeugt.
(VOL.AT)