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Seit dem Smartphone-Boom brechen Geburtenraten ein

Zwischen Bildschirm und Beziehung: Studien bringen Smartphone-Nutzung mit sinkenden Geburtenzahlen in Verbindung.
Zwischen Bildschirm und Beziehung: Studien bringen Smartphone-Nutzung mit sinkenden Geburtenzahlen in Verbindung. ©Mit KI (ChatGPT) generiert
Erst verlagerte sich der Alltag vieler junger Menschen aufs Smartphone. Nun stellen Forscher die Frage, ob dadurch auch persönliche Beziehungen seltener werden – mit möglichen Folgen für die Geburtenrate.

Studie untersucht Smartphone-Effekt

Eine neue Studie der University of Cincinnati sieht einen Zusammenhang zwischen dem weltweiten Smartphone-Boom und dem Rückgang von Teenager-Geburten.

Ganz so einfach wie "mehr Handy, weniger Kinder" sei die Entwicklung laut den Forschern zwar nicht. Die Daten würden aber einen auffälligen zeitlichen Zusammenhang zeigen. Auch in Österreich sinkt die Geburtenrate seit Jahren. Laut Statistik Austria lag die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau 2025 bei 1,29 – ein historischer Tiefststand. In Vorarlberg wurden laut vorläufigen Zahlen 2025 insgesamt 3.594 Kinder geboren. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Jahr davor.

"Teen fertility collapsed globally"

Die US-Ökonomen Nathan Hudson und Hernan Moscoso Boedo schreiben in ihrer Untersuchung: "Teen fertility collapsed globally starting around 2007." Genau in diesem Zeitraum setzte sich das Smartphone weltweit durch.

Laut Studie verbringen Jugendliche heute deutlich mehr Zeit online und weniger Zeit persönlich miteinander. Sobald sich soziale Kontakte zunehmend ins Digitale verlagern, würden spontane Treffen und reale Nähe seltener werden. Die Forscher sehen darin einen möglichen Grund für den starken Rückgang ungeplanter Teenager-Schwangerschaften.

Hinweise durch den 4G-Ausbau

Besonders interessant ist laut Studie der Vergleich verschiedener Regionen. Die Autoren untersuchten Gebiete, in denen mobiles Internet und 4G-Netze früher verfügbar waren, mit Regionen, in denen der Ausbau später erfolgte.

Das Ergebnis: Dort, wo schnelles mobiles Internet früher eingeführt wurde, gingen auch die Teenager-Geburten früher und stärker zurück. Die Studie spricht dabei von einem möglichen "Kipppunkt" – sobald fast alle Jugendlichen online seien, werde das Smartphone zum zentralen sozialen Treffpunkt.

Auch andere Faktoren spielen eine Rolle

Aufgegriffen wurde die These auch von der "Financial Times". Datenjournalist John Burn-Murdoch beschreibt dort einen internationalen Trend sinkender Geburtenraten, der zeitlich mit dem Smartphone-Boom zusammenfällt.

Gleichzeitig verweist die Zeitung auf weitere mögliche Ursachen: steigende Wohnkosten, wirtschaftliche Unsicherheit, veränderte Lebensmodelle und soziale Isolation. Smartphones gelten demnach nicht als alleiniger Auslöser, könnten die Entwicklung aber verstärken.

Fest steht: Der Geburtenrückgang zeigt sich inzwischen auch in Österreich und Vorarlberg deutlich. Die Zahl der Geburten sinkt seit Jahren – zuletzt auch im westlichsten Bundesland auf ein historisch niedriges Niveau.

(VOL.AT)

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