Seltene Alpaka-Zwillinge in Vorarlberg: "Dass beide durchkommen, ist eigentlich sehr selten"
Alpaka-Zwillinge in Schwarzach
Wer im Schwarzacher Ried spazieren geht, kann sie entdecken: Alpakas in einem Gehege beim Radweg. Unter ihnen sind auch die Zwillinge Soraya und Samira mit ihrer Mama Sanaa. Geboren wurden die beiden Jungtiere im August 2025.
Die Zwillingsgeburt ist für Besitzer Robert Spiegel aus Dornbirn ein großes Glück. Weltweit überlebt nur eine geringe Zahl von Alpaka-Zwillingspaaren. Laut Spiegel gibt es Medienberichten zufolge nur neun Fälle. Die Kamelart stammt aus den südamerikanischen Anden. "Was in Südamerika passiert, das weiß man nicht, weil die Tiere dort eigentlich nicht gehalten werden, sondern frei sind", so Spiegel.
"Wir mussten Gott sei Dank nicht flascherln"
Die Herausforderung beginne schon bei der Geburt selbst. "Weil Alpakas ein enges Becken haben", so der Hobbyzüchter und Wahlarzt. Dann komme es darauf an, ob die Mutter beide Jungen annehme und säuge. "Dass beide durchkommen, ist eigentlich sehr selten." Beide Crias (Spanisch für Jungtier) wurden von der Mutter gesäugt: "Wir mussten Gott sei Dank nicht flascherln. Wenn man Alpakas mit der Budel aufzieht, dann muss man das achtmal am Tag tun."
Geboren auf Alpe im Bregenzerwald
Geboren wurden die Zwillinge auf der Alpe Lindach in Egg, wo die Tiere ihre Sommer verbringen. Die "Lindach Alpakas" werden von vier Haltern gemeinsam betreut. Für Robert Spiegel war es eine "Pensionsüberbrückung". Es habe sich so ergeben, berichtet er. "Eigentlich sind wir über eine sehr gute Freundin und Kollegin dazugekommen, die im Bregenzerwald ein Vorsäß hat." Aus anfangs vier Tieren ist mittlerweile eine kleine Herde von elf Alpakas geworden. "Es gibt einige Alpakahalter im Land", betont Spiegel.
Spaziergänger freuen sich über die besonderen Tiere. "Viele kommen vorbei mit Kindern. Die sind immer ganz begeistert", erzählt Spiegel. Auch den Alpakas gefällt es in Schwarzach. "Im Winter sind wir hier und hier sind sie, wie man sieht, sehr zufrieden."
Man könne gerne beim Radweg vorbeikommen und zuschauen. "Man sollte die Tiere in Ruhe lassen", meint Spiegel. "Man sollte sie nicht füttern und man soll sie einfach so belassen, wie sie so philosophisch vor sich hinschauen." Aktuell kündigt sich erneut Nachwuchs an – drei der vier weiblichen Alpakas sind aktuell trächtig, bis auf Zwillingsmama Sanaa.
(VOL.AT)