Sensationsfund im Bodensee: Taucher entdecken mysteriöses Wrack
Wrack mit klar erkennbaren Strukturen
Tatsächlich stießen die Experten auf Überreste eines Schiffes. Ursprünglich könnte es rund zwölf Meter lang gewesen sein, erhalten sind noch etwa acht Meter.
"Wir konnten eine Restlänge von acht Metern dokumentieren", so Pflederer.
Das Wrack liegt in Nord-Nordost-Ausrichtung am Seegrund bei Lindau. "Auf der Westseite zeigen sich Teile der Bordwand sowie insgesamt vier Spanten. Auf der Ostseite, die im Niveau etwas höher liegt, sind mindestens fünf Spanten auszumachen."
Die maximale Breite beträgt rund drei Meter. Die Abstände der Spanten variieren. "Zwischen Spant 8 und Spant 9 auf der Ostseite dürfte sich noch ein weiterer Spant unter Sedimentabdeckung befinden."
Hinweise auf möglichen Schiffstyp
Im Inneren des Wracks fanden die Taucher zahlreiche Steine, teils mit bis zu 60 Zentimetern Durchmesser. Ob diese als Ballast dienten, ist unklar.
"Nachdem auch sehr große Steine festgestellt wurden, ist deren Funktion als Ballaststeine fraglich", erklärte Pflederer. Für typische Flachbodenschiffe am Bodensee seien solche Steine nicht notwendig.
"Möglicherweise handelt es sich um eine Lädine, also um einen historischen Lastensegler." Denkbar sei auch ein kleineres Lastschiff, ein sogenannter Segmer oder Segner.
Pfahlreihen geben zusätzliche Rätsel auf
Südlich der Fundstelle entdeckten die Taucher zudem rund 20 Holzpfähle. Ein Teil davon bildet eine exakt in West-Ost-Richtung verlaufende Reihe, weitere sind in kleineren Gruppen angeordnet.
"Im Luftbild lässt sich erkennen, dass sich die zwei Pfahlgruppen auf einer Untiefe mit härterem Untergrund befinden", so Pflederer. Die Pfahlreihe liege hingegen etwas nördlicher in tieferem Wasser.
Holzprobe soll Alter klären
In Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege entnahmen die Forscher eine Holzprobe aus dem Wrack. Diese wird nun mittels C14-Analyse untersucht.
Eine genaue Einordnung ist derzeit noch nicht möglich, weitere Untersuchungen sind notwendig.
Weitere Untersuchungen geplant
Die Taucher wollen in etwa einem Jahr zurückkehren, um den Zustand der Fundstelle erneut zu prüfen. Je nach Entwicklung könnten Schutzmaßnahmen notwendig werden.
Langfristig ist auch eine gezielte archäologische Untersuchung denkbar. Bereits in der Vergangenheit hatten die Forschungstaucher im Bodensee bedeutende Funde gemacht.
(VOL.AT)