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Sexarbeit in Vorarlberg: Szene weicht aus

In Vorarlberg ist Prostitution offiziell nur in genehmigten Bordellen erlaubt – doch keine Gemeinde hat je eine Bewilligung erteilt.
In Vorarlberg ist Prostitution offiziell nur in genehmigten Bordellen erlaubt – doch keine Gemeinde hat je eine Bewilligung erteilt. ©APA/AFP/SIMON WOHLFAHRT
In Vorarlberg ist Prostitution offiziell nur in genehmigten Bordellen erlaubt – doch keine Gemeinde hat je eine Bewilligung erteilt. Die Szene agiert deshalb im Verborgenen. Sozialarbeiterinnen fordern jetzt dringend eine Gesetzesänderung.

Sexarbeit nur auf dem Papier geregelt

In Vorarlberg ist Sexarbeit laut Gesetz nur in offiziell genehmigten Bordellen erlaubt. Doch Fakt ist: Keine einzige Gemeinde im Land hat bislang eine solche Genehmigung erteilt, so ein Bericht des ORF.

Die Realität sieht daher anders aus – Sexarbeit findet im Verborgenen statt, meist in Wohnungen und Hotels. Das macht sie für die Behörden kaum greifbar und für die Betroffenen rechtlich unsicher.

Sozialarbeiterinnen schlagen Alarm

Im Auftrag des Frauenministeriums sind Sozialarbeiterinnen regelmäßig in Vorarlberg unterwegs, um mit Sexarbeiterinnen in Kontakt zu treten. Dabei werden einschlägige Online-Plattformen durchsucht, über die viele Frauen ihre Dienste anbieten. Die Beraterinnen bieten rechtliche Unterstützung, Hilfe bei Behördengängen und psychosoziale Betreuung an.

Eine von ihnen ist Johanna von der iBUS-Beratung. Sie berichtet dem ORF, dass der Großteil der Frauen aus Osteuropa kommt – viele bleiben nur ein bis zwei Monate, um Geld zu verdienen. Steigen die Lebenshaltungskosten, steigt auch die Zahl jener, die in die Sexarbeit einsteigen, so Johanna.

Forderung nach legalen Arbeitsmöglichkeiten

Derzeit arbeiten die Frauen in einem rechtlichen Graubereich – ohne soziale Absicherung, ohne Steuern zu zahlen und ohne Möglichkeit zur Anmeldung. Die iBUS-Beratung fordert deshalb, das Vorarlberger Sittenpolizeigesetz zu reformieren. Ziel sei es, legale und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen – wie etwa in Ostösterreich, wo zumindest Haus- und Hotelbesuche erlaubt sind.

Beraterin Isabella betont: "Sexarbeit findet statt. Und solange es keine legalen Strukturen gibt, werden Frauen in eine prekäre Abhängigkeit gedrängt."

Keine Gesetzesänderung geplant

Laut Philipp Stadler von der Vorarlberger Kriminalpolizei wird das legale Gewerbe – etwa Table-Dance-Lokale – regelmäßig kontrolliert. Probleme würden vor allem in privaten Unterkünften auftreten, wo die Szene sich hin verlagert hat.

Der zuständige Landesrat Daniel Allgäuer (FPÖ) sieht jedoch aktuell keinen Bedarf für eine Gesetzesänderung. Auf ORF-Anfrage erklärte er, es seien derzeit keine Anpassungen des Sittenpolizeigesetzes geplant.

(VOL.AT)

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