ICC-Schiedsgericht gibt Mubadala recht
Der Signa-Großgläubiger Mubadala aus Abu Dhabi hat vor dem internationalen Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) in Genf einen Etappensieg errungen. Wie mehrere Medien am Dienstag, 4. Februar 2026, berichteten, sprach das Schiedsgericht Mubadala mehr als 700 Millionen Euro zu.
Die Forderungen waren zuvor von den Insolvenzverwaltern mehrerer Signa-Gesellschaften nicht anerkannt worden. Juristen betonen jedoch, dass derzeit noch unklar ist, wie sich der Schiedsspruch konkret auf die laufenden Insolvenzverfahren auswirken wird.
Mögliche Folgen für Insolvenzverfahren
Der Kreditschutzverband Creditreform erklärte laut Der Standard, der Schiedsspruch könne einzelne Insolvenzverfahren "maßgeblich beeinflussen". Insbesondere stelle sich die Frage, ob die Begleichung von Verfahrenskosten in bestimmten Fällen sogar zu einer Masseunzulänglichkeit führen könnte.
Entscheidend werde sein, wie die jeweiligen Insolvenzverwalter mit der neuen rechtlichen Situation umgehen.
Keine Auswirkungen auf Signa Prime
Der Insolvenzverwalter der Signa Prime Selection AG, Norbert Abel, stellte klar, dass die Signa Prime und deren Insolvenzmasse keinem Zahlungs- oder Feststellungsanspruch ausgesetzt seien. Auch ein Anspruch auf Ersatz von Verfahrenskosten bestehe nicht.
Die Abwicklung der Signa Prime sei daher durch den Schiedsspruch nicht gefährdet, teilte Abels Pressesprecher der APA mit.
Signa Holding prüft Urteil
Beim Insolvenzverwalter der Signa Holding, Christof Stapf, hieß es, der mehr als 600 Seiten umfassende Schiedsspruch werde derzeit sorgfältig geprüft. Danach würden die Konsequenzen mit den zuständigen Gremien besprochen. Darüber hinaus wollte man sich dazu nicht äußern.
Fokus rückt auf Laura-Privatstiftung
Mubadala hatte unter anderem wegen der Verletzung von Finanzierungsvereinbarungen geklagt. Beklagt wurden neben mehreren Signa-Gesellschaften auch die Familie Benko Privatstiftung, die Laura-Privatstiftung sowie René Benko persönlich.
Da Benko selbst und die betroffenen Signa-Gesellschaften insolvent sind, könnte nun insbesondere die Laura-Privatstiftung in den Fokus rücken. In dieser sollen sich nach Medienberichten noch Vermögenswerte im dreistelligen Millionenbereich befinden.
(APA/VOL.AT)