So viele Wildunfälle gab es 2022 auf Vorarlbergs Straßen
Jedes Jahr werden auf Österreichs Straßen Tausende von Wildtieren Opfer von Verkehrsunfällen. Im letzten Berichtsjahr wurden 72.342 Wildtiere getötet, darunter auch Hunde, Katzen und andere Tierarten. Doch nicht nur die Tierwelt leidet unter diesen Zusammenstößen, auch für die Menschen hinter dem Steuer sind die Risiken erheblich.
500 Personen bei Tierunfällen verletzt, ein Mensch getötet
Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wurden im Jahr 2022 bei Unfällen aufgrund von Tieren auf der Fahrbahn fast 500 Personen verletzt, von denen 96 schwere Verletzungen erlitten. Tragischerweise gab es auch einen Todesfall. In Vorarlberg wurden im gleichen Zeitraum 298 Wildtiere bei Wildunfällen getötet, was bedeutet, dass beinahe jeden Tag in dieser Region ein solcher Vorfall registriert wurde. Insgesamt wurden pro Jahr 3 Menschen bei Wildunfällen in Vorarlberg verletzt.
Steigende Unfallzahlen im Vergleich zu 2021
Die aktuelle Statistik für das Jahr 2022 zeigt, dass die Zahl der Verletzten im Vergleich zum Vorjahr leicht um 3 Prozent gestiegen ist. Die Unfälle mit Tieren auf der Straße haben also zugenommen und erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Fahrer.
Tipps für den Umgang mit Wildtieren auf der Straße
Mag. Christian Schimanofsky, Direktor vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), rät im Falle von Tieren auf der Straße, das Abblenden, Hupen, starkes Bremsen und das Festhalten des Lenkrads als erste Maßnahmen zu ergreifen. Ein unkontrolliertes Ausweichen sollte vermieden werden, da es oft riskanter ist als eine Kollision.
Regionale Unterschiede und Top-Bezirke bei Wildunfällen
Eine Auswertung der letzten fünf Jahre zeigt, dass 39% aller Wildunfälle pro Jahr in Niederösterreich, 20% in Oberösterreich und 18% in der Steiermark stattfinden. Die Top 5 Bezirke mit den meisten Wildunfällen in Österreich sind Neusiedl am See (3.241 Unfälle), Mistelbach (3.164), Grieskirchen (2.712), Amstetten (2.657) und Südoststeiermark (2.466). Die Top 5 Bezirke mit den meisten Wildunfällen mit Personenschaden sind hingegen Amstetten (3,8%), Gänserndorf (3,6%), Braunau am Inn (3,4%), Südoststeiermark (3,0%) und Sankt Pölten Land (2,5%).
Vielfalt der getöteten Wildtiere
Im vergangenen Jahr wurden auf den Straßen in Österreich insgesamt 41.508 Rehe, 17.469 Hasen und 2.851 Füchse überfahren. Die Dunkelheit spielt eine entscheidende Rolle bei diesen Unfällen, da 46 Prozent aller Wildunfälle mit Personenschäden bei Dunkelheit und 11 Prozent bei Dämmerung geschehen.
Verantwortung der Autofahrer und Tierliebhaber
Es ist wichtig, dass bei einem Unfall mit einem Wildtier die Gefahrenstelle abgesichert und die Exekutive verständigt wird. Auch wenn man nicht direkt in den Unfall verwickelt ist, sollte man nicht untätig bleiben und die Tierrettung oder eine Tierschutz-Hotline informieren. Haustierbesitzer sollten ebenfalls vorsichtig sein, wenn sie ihre Tiere in der Nähe von Straßen ausführen, um Unfälle zu verhindern.
Häufigste Ursachen für Wildunfälle
Die häufigste Ursache für Wildunfälle mit Personenschäden ist mit einem Anteil von 53 Prozent "Unachtsamkeit und Ablenkung", gefolgt von "nichtangepasster Geschwindigkeit" mit 38 Prozent. Eine erhöhte Aufmerksamkeit hinter dem Steuer und die Anpassung der Geschwindigkeit in Wildwechselzonen können dazu beitragen, die Unfallzahlen zu reduzieren.
Forschungsprojekt zur Unfallprävention
Ein gemeinsames Projekt zwischen dem KFV und der FH OÖ hat Auswertungen zu diesem Thema erbracht. Die Projektlaufzeit erstreckte sich vom 1. September 2022 bis zum 30. Juni 2023. Präventivmaßnahmen und technologische Weiterentwicklungen spielen eine wichtige Rolle bei der Verringerung von Wildunfällen auf unseren Straßen.
(VOL.AT)