Social Media verändert sich rasant. Warum kurze Videos, KI und authentischer Content für Unternehmen immer wichtiger werden, erklärt Marketingexpertin Katharina Enderle von ikp Vorarlberg.
Kurze Videos dominieren die sozialen Netzwerke
Social Media entwickelt sich laut Katharina Enderle derzeit schneller denn je. Besonders auffällig sei der Trend hin zu kurzen Videoinhalten. Während früher ausführliche Texte eine größere Rolle gespielt hätten, würden heute vor allem Videos mit einer Länge von 15 bis 30 Sekunden hohe Aufmerksamkeit erzielen.
Unternehmen seien deshalb gefordert, ihre Inhalte an das veränderte Nutzungsverhalten anzupassen und Informationen möglichst kompakt aufzubereiten.
KI unterstützt – ersetzt den Menschen aber nicht
Auch künstliche Intelligenz habe mittlerweile einen festen Platz im Marketing. Enderle bezeichnete KI als wichtiges Werkzeug für Ideenfindung, Inspiration und Texterstellung.
Dennoch sieht sie klare Grenzen. Menschen würden nach wie vor erkennen, ob Inhalte authentisch oder vollständig von KI erstellt seien. Deshalb brauche es weiterhin Personen, die Inhalte überprüfen, Fakten kontrollieren und für sprachliche Qualität sorgen.
TikTok bleibt laut Enderle die Plattform der Zukunft
Als wichtigste Plattform für junge Zielgruppen nennt Enderle TikTok. Wer Jugendliche und junge Erwachsene erreichen wolle, sollte sich ihrer Ansicht nach frühzeitig mit der Plattform beschäftigen.
Gleichzeitig warnt sie davor, jedem Trend hinterherzulaufen. Entscheidend sei vielmehr, dort präsent zu sein, wo sich die eigene Zielgruppe tatsächlich aufhalte. Für ältere Zielgruppen könnten etwa Facebook, Instagram, LinkedIn oder YouTube weiterhin die passendere Wahl sein.
Authentizität statt perfekter Inszenierung
Nach Einschätzung der Marketingexpertin verliere perfekt inszenierter Content zunehmend an Bedeutung. Stattdessen würden echte Menschen und authentische Geschichten besser funktionieren.
Gerade Unternehmen könnten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt stellen. Hinter jedem Betrieb stünden Menschen mit persönlichen Geschichten – genau diese würden Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media interessieren.
Social Media wird zur Suchmaschine
Vor allem jüngere Nutzer würden laut Enderle nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen nach Informationen suchen. Inspiration für Reisen, Ausflugsziele oder Restaurants werde zunehmend direkt über Plattformen wie TikTok oder Instagram gefunden.
Für Tourismusregionen und Unternehmen bedeute das, ihre Inhalte so aufzubereiten, dass sie auf Social Media auffindbar und interessant seien. Gleichzeitig hätten klassische Hashtags an Bedeutung verloren. Die Algorithmen würden Inhalte heute weitgehend selbst thematisch einordnen.
Glaubwürdigkeit wichtiger als Reichweite
Beim Influencer-Marketing empfiehlt Enderle, weniger auf möglichst hohe Followerzahlen als auf Glaubwürdigkeit zu achten. Besonders kleinere Creator mit einer engen Community könnten für Unternehmen interessant sein.
Wichtig sei außerdem, dass Kooperationen authentisch wirkten und zu Unternehmen sowie Zielgruppe passten. Langfristige Partnerschaften könnten dabei glaubwürdiger erscheinen als einmalige Werbeaktionen.
Vorarlberg sieht sie im guten Mittelfeld
Für Vorarlberg zieht Enderle insgesamt ein positives Fazit. Viele Unternehmen seien bereits auf Social Media aktiv. Gleichzeitig sieht sie noch Potenzial – insbesondere beim Einsatz neuer Plattformen wie TikTok.
Zum Abschluss des Interviews rät sie Unternehmen, auf ihren Kanälen auch Humor zu zeigen. Social Media müsse Emotionen wecken und dürfe durchaus unterhaltsam sein. Für die kommenden Jahre erwartet sie, dass künstliche Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig glaubt sie, dass authentische Inhalte und echte Menschen auch künftig ein zentraler Erfolgsfaktor bleiben werden.
(VOL.AT)