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Sommerhitze: Warum Busse trotz defekter Klimaanlagen weiterfahren dürfen

Strobel/VOL.AT

Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke ist eine Busfahrt ohnehin nicht die angenehmste Art der Fortbewegung. Doch was passiert, wenn ausgerechnet dann die Klimaanlage ausfällt?

Lotterie schon beim Einstieg

Das Reisen mit vielen Menschen auf engem Raum ist bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke oft anstrengend. Noch unangenehmer wird es, wenn zur Sommerhitze auch noch eine ausgefallene Klimaanlage kommt. Dann wird schon das Einsteigen zur Lotterie, ob die nächste Busfahrt angenehm kühl oder eher einer fahrenden Sauna gleicht. VOL.AT hat den Selbsttest gewagt – und nachgefragt, wie viele Busse in Vorarlberg derzeit trotz defekter Klimaanlage unterwegs sind.

Fünf Busse im Selbsttest

Für den Selbsttest hat sich VOL.AT-Reporter Dennis Strobel bei rund 30 Grad auf den Weg zum Dornbirner Bahnhof begeben, einem der Hauptbusknoten im Land. Innerhalb von rund einer halben Stunde wurden fünf Linienbusse stichprobenartig getestet.

Etwas ruhiger und langsamer sind generell die Bewegungen auf dem Bahnhofsvorplatz bei diesen Temperaturen. ©Strobel/VOL.AT

Während in drei Fahrzeugen die Klimaanlage spürbar für angenehme Temperaturen sorgte, war es in zwei Bussen bereits beim Einsteigen deutlich wärmer. In einem der Busse bestätigte der Lenker auf Nachfrage, dass die Klimaanlage derzeit nicht funktioniere.

Postbus bestätigt Klima-Probleme

Auf Anfrage von VOL.AT wird bestätigt, dass es derzeit tatsächlich Probleme mit einzelnen Klimaanlagen gibt. "Vergangenes Jahr haben wir 83 Busse in Betrieb genommen. Vereinzelt kommt es derzeit bei unserer Busflotte zu Problemen mit den Klimaanlagen", erklärt Christoph Gasser-Mair von den ÖBB. Aktuell seien in ganz Vorarlberg rund 15 von insgesamt 215 Fahrzeugen mit unzureichender Klimatisierung im Linienbetrieb unterwegs.

Buslenker schlägt Alarm

Ein Buslenker schilderte VOL.AT anonym, dass es seit Wochen immer wieder Probleme mit den Klimaanlagen gebe. Besonders an heißen Tagen würden sich Fahrgäste regelmäßig beschweren. Für die Fahrer selbst sei die Situation ebenfalls belastend, da sie oft stundenlang in den betroffenen Fahrzeugen unterwegs seien.

Mittlerweile gibt es im Bus auch nur noch beim Fahrer die Möglichkeit, das Fenster zu öffnen. Die Beobachtungen zeigen: Ist dieses offen, läuft die Klimaanlage im Bus nicht. ©Strobel/VOL.AT

Auch für ältere Menschen oder Fahrgäste mit gesundheitlichen Problemen kann eine halbstündige Busfahrt bei hohen Temperaturen schnell zur Belastung werden.

Warum die Busse trotzdem weiterfahren

Trotz defekter Klimaanlagen bleiben die betroffenen Fahrzeuge im Einsatz. Der Grund: Laut Postbus handle es sich dabei um keinen sicherheitsrelevanten Mangel. Über die Lüftung werde weiterhin Frischluft zugeführt, weshalb die Busse grundsätzlich weiterfahren dürfen.

"Busse mit einer defekten Klimaanlage werden umgehend aus dem Verkehr gezogen, sofern freie Werkstattkapazitäten beziehungsweise Reservefahrzeuge vorhanden sind", so Gasser-Mair. Da derzeit sämtliche Reservefahrzeuge im Einsatz seien, lasse sich das jedoch nicht immer umsetzen.

Die Ursachen für die Probleme seien mittlerweile identifiziert worden. Gemeinsam mit dem Hersteller arbeite man an einer endgültigen Lösung. Dafür sei aktuell auch ein Techniker des Busherstellers direkt vor Ort im Einsatz.

(VOL.AT)

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