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Sonne, Punkrock und Konfetti: Das war Tag zwei beim Southside

Zwischen Punk, Rock und Pop: Yungblud lieferte eine der besten Shows des Tages.
Zwischen Punk, Rock und Pop: Yungblud lieferte eine der besten Shows des Tages. ©Beate Rhomberg
Nach dem wetterbedingt unterbrochenen Auftakt lief der zweite Festivaltag in Neuhausen ob Eck nahezu reibungslos. Bei Temperaturen über 30 Grad sorgten Kraftklub, Yungblud und The Offspring für volle Bühnen und beste Stimmung.

Bereits um 13.30 Uhr stand am Samstag mit Anda Morts der erste österreichische Act des Tages auf der Blue Stage. Der Musiker aus Linz nahm die lange Anreise mit Humor: "Zwölf Stunden Fahrt für 45 Minuten Spielzeit". Gerne hätte die Band wohl einen späteren Slot gehabt, die Stimmung auf der Bühne litt darunter aber nicht. Zwischen neuen Songs durften auch Publikumslieblinge wie „Adidas Für Mama“ nicht fehlen.

Anda Morts ließ sich vom frühen Slot nicht beirren und lieferte ein gutes Konzert. ©Beate Rhomberg

Danach übernahmen The Ataris auf der Red Stage. Die US-Punkrocker verzichteten auf große Inszenierungen und setzten stattdessen auf das, was sie seit Jahren ausmacht: solide Songs, treue Fans und ehrliche Freude am Spielen. Vor allem die älteren Besucher zeigten sich textsicher und genossen die entspannte Festivalatmosphäre.

Die ersten Crowdsurferinnen des Nachmittags gabs bei Grandson. ©Beate Rhomberg

Grandson brachte die Green Stage in Bewegung

Deutlich mehr Druck entwickelte wenig später Grandson auf der Green Stage. Der kanadisch-amerikanische Musiker Jordan Benjamin verbindet Rock, Hip-Hop und elektronische Elemente zu einem modernen Alternative-Sound. Politische Botschaften und gesellschaftskritische Texte gehören ebenso zu seinem Markenzeichen wie energiegeladene Liveshows. Genau das bekam auch das Southside-Publikum zu sehen. Grandson wirkte nahbar, sympathisch und hatte die Menge schnell auf seiner Seite.

Grandson mit energiegeladener Liveshow. ©Beate Rhomberg
©Beate Rhomberg

Wer danach dachte, die Hitze könnte langsam müde machen, wurde von Sondaschule eines Besseren belehrt. Die Ska-Punk-Band aus Nordrhein-Westfalen sorgte für eine der ausgelassensten Stimmungen des Nachmittags. Schon die ersten Bläser reichten aus, um die Menge in Bewegung zu bringen. Vor der Bühne wurde getanzt und mitgesungen. Dass das Southside-Publikum keinesfalls nur aus jungen Menschen besteht wurde spätestens hier einmal mehr deutlich. Zwischen Bandshirts tauchten anlässlich des Deutschland-Spiels bei der WM gleich mehrere längst nicht mehr aktuelle Schweinsteiger-Trikots auf. Auf der Bühne überwog indes vor allem eines: ehrliche Freude daran, hier spielen zu dürfen.

Sondaschule sorgten für gute Laune. ©Beate Rhomberg

Etwas ruhiger wurde es anschließend bei Royal Otis auf der Blue Stage. Das australische Duo setzte auf entspannte Indie-Klänge und bot einen willkommenen Kontrast zum ansonsten lauten Nachmittag. Kurz darauf sorgte Bosse bereits vor dem ersten offiziellen Song für einen besonderen Moment. Der deutsche Musiker holte rund 30 Fans aus dem Publikum auf die Bühne und formierte einen Festivalchor. Gemeinsam wurde eingesungen, bevor das eigentliche Konzert begann.

Bosse brachte zum Einstieg den Southside-Chor auf die Bühne. ©Beate Rhomberg

Punk-Legenden und frischer Wind

Am Abend gehörte die Green Stage zunächst The Offspring. Die Kalifornier sind beim Southside mittlerweile fast Stammgäste und wissen genau, wie ein Festivalpublikum funktioniert. Mit Klassikern wie „Pretty Fly (For a White Guy)“ oder „Self Esteem“ hatten sie die Menge schnell im Griff. Dazwischen blieb genügend Zeit für die gewohnt lockeren Ansagen und allerlei Unsinn, der seit Jahren zum Markenzeichen der Band gehört.

Seit Jahrzehnten auf den Festivalbühnen unterwegs: The Offspring wissen genau, wie man ein Publikum in Bewegung bringt. ©Beate Rhomberg

Deutlich jünger präsentierte sich anschließend das Publikum bei Schönling Yungblud. Der Brite Dominic Harrison gehört zu den schillerndsten Figuren der aktuellen Rockszene und verbindet Punk, Alternative Rock und Pop zu einem Sound, der vor allem bei jüngeren Fans gut ankommt. Seine Show war präzise, energiegeladen und bis ins Detail durchinszeniert.

Der britische Musiker Yungblud weiß sich und seinen Körper zu inszenieren. ©Beate Rhomberg

Den Höhepunkt des Abends setzte jedoch Kraftklub. Kaum eine andere Band schaffte es an diesem Wochenende, so viele Menschen gleichzeitig vor eine Bühne zu ziehen. Felix Kummer zeigte sich gewohnt gesprächig und publikumsnah. Zwischendurch erinnerte er sich an seinen ersten Ferienjob und verteilte Eis im Publikum. Wenige Minuten später folgten bereits die nächsten Hits. Bei „Fahr mit mir“ und „Schüsse in die Luft“ verwandelte sich das gesamte Infield in eine einzige große Party. Konfettikanonen inklusive.

Roy Bianco spalten das Publikum

Den Abschluss des Tages übernahmen Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys. Mit ihrem Italo-Schlager-Konzept füllen die Münchner mittlerweile große Festivalbühnen. Die einen feierten die ironische Sommerparty, viele konnten mit dem Auftritt allerdings wenig bis gar nichts anfangen. Dass Slots, die vor einigen Jahren noch mit Acts wie Massive Attack, Air, Steve Aoki oder Deadmau5 besetzt waren, heute von Italo-Schlager-Acts übernommen werden, zeigt einmal mehr, wie schwer es für Festivals geworden ist, die ganz großen internationalen Namen zu verpflichten.

Sonntag zwischen Gewitter und Hitze

Während der Samstag noch bei strahlendem Sonnenschein über die Bühne ging, zeigt sich der Sonntag bislang deutlich unbeständiger. Gewitter, starker Regen und zeitweise sogar Hagel zogen bereits am späten Vormittag über das Gelände. Abgebrochen werden musste das Festival bisher zwar nicht, technische Probleme auf der Green Stage sorgten allerdings für erste Ausfälle. Unter anderem konnten All Time Low und die Destroy Boys nicht wie geplant auftreten.

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