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Wohnbau in Vorarlberg: Neue Regeln für gemeinnützige Wohnungen

Vogewosi Projekt Wohnanlage Feldmoos.
Vogewosi Projekt Wohnanlage Feldmoos. ©VOL.AT/Mayer (Symbolbild)
Die Vorarlberger Landesregierung plant eine Reform der Vergabekriterien für gemeinnützige Wohnungen.

Die Passage im Regierungsprogramm ist knapp gehalten, ihre Wirkung könnte jedoch beträchtlich sein. ÖVP und FPÖ haben vereinbart, die Vergaberichtlinien für den sozialen Wohnbau zu überarbeiten. Was technisch klingt, betrifft in Wahrheit viele Menschen im Land, die auf eine gemeinnützige Wohnung hoffen, berichtet der ORF.

Punktesystem steht auf dem Prüfstand

Derzeit entscheidet ein Punktesystem darüber, wie dringend jemand eine Wohnung benötigt. Je höher die Punktezahl, desto größer die Chancen auf eine Zuteilung. Genau hier will die Landesregierung ansetzen – "in Abstimmung mit dem Gemeindeverband", wie es heißt.

Wer sich für eine gemeinnützige Wohnung interessiert, muss den Antrag bei seiner Wohnsitzgemeinde stellen. Voraussetzung ist ein tatsächlicher Wohnbedarf. Wer etwa bereits eine Eigentumswohnung besitzt, ist nicht anspruchsberechtigt. Zudem gelten Einkommensobergrenzen, die nicht überschritten werden dürfen.

22.800 Wohnungen im Bestand

Aktuell gibt es in Vorarlberg 22.800 gemeinnützige Wohnungen. Die ältesten stammen aus der Zeit vor 1945. Knapp 7.300 Wohnungen wurden 2006 oder später fertiggestellt.

Den größten Anteil verwaltet die Vogewosi mit 15.255 Wohnungen. Dahinter folgen die Wohnbauselbsthilfe mit 3.773 sowie die Alpenländische mit 3.731 Wohnungen.

Neubauzahlen rückläufig

Ein Blick auf die Neubautätigkeit zeigt eine Entwicklung nach unten. Im Jahr 2020 wurden noch 524 gemeinnützige Wohnungen neu errichtet. In den Jahren 2021 bis einschließlich 2025 schwankte die Zahl laut einer aktuellen Anfragebeantwortung von Landesrat Marco Tittler (ÖVP) an die Grünen zwischen 322 und 372 Wohnungen pro Jahr.

In der Anfrage heißt es wörtlich: "Die Tätigkeit einer gemeinnützigen Bauvereinigung, so auch der Vogewosi, orientiert sich ausschließlich am vorhandenen Wohnbedarf." Dieser werde von den Gemeinden erhoben und dem Land gemeldet.

Mit Stichtag 31. Dezember 2025 befanden sich 915 Wohnungen im Bau. Weitere 1.185 Einheiten sind für die Jahre 2026 bis 2028 geplant.

Für heuer werden voraussichtlich 278 Wohnungen bezugsfertig. 2027 sollen 400 folgen. In den Jahren 2028 und 2029 sind zusammen 846 Wohnungen vorgesehen, 2030 weitere 576. Das ergibt in Summe 2.100 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen.

Längere Meldezeit bringt wohl mehr Punkte

Noch in diesem Jahr will die Landesregierung die Richtlinien konkret überarbeiten. Aus dem Büro von Landesrat Tittler heißt es gegenüber ORF: "Wie genau ist noch offen." Klar sei laut Regierungsprogramm aber, dass die Dauer der Meldezeit in Vorarlberg bei der Bewerbung stärker berücksichtigt werden soll. Auch Deutschkenntnisse sollen in die Bewertung einfließen.

Das bedeutet: Wer länger im Land lebt und über bessere Deutschkenntnisse verfügt, dürfte künftig mehr Punkte erhalten – und damit bessere Chancen auf eine Wohnung.

Analyse der Ablehnungsgründe

Darüber hinaus sollen weitere Aspekte geprüft werden. "Zudem sollen bei der Überarbeitung auch weitere Themen analysiert werden", heißt es aus dem Büro von Tittler. Konkret geht es unter anderem um die Gründe für Ablehnungen. "Manche Ablehnungsgründe lassen darauf schließen, dass hier keine hohe Dringlichkeit vorliegt, weshalb die Richtlinie in diesem Bereich unter Umständen nachzuschärfen und effizienter zu gestalten wäre."

Grundsätzlich zeigt sich die Landesregierung mit dem bestehenden System zufrieden. Vor allem bei Anträgen mit hoher Dringlichkeit funktioniere die Vergabe sehr gut, nahezu alle dieser Fälle würden berücksichtigt. "Das bestehende Punktesystem wird grundsätzlich als gut und schlüssig empfunden und findet auch bei den Gemeinden bislang Zustimmung", wird aus dem Büro von Marco Tittler betont. Die Überarbeitung soll jedenfalls in enger Abstimmung mit dem Gemeindeverband erfolgen.

(VOL.AT)

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