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Sprachdefizite bei Kindern: Kindergartenpädagogen sehen Handlungsbedarf

Förderung beginnt am besten so früh wie möglich: In vielen Kindergärten findet Sprachförderung auch visuell statt, so wie im Kindergarten Rheinbergerstraße in Feldkirch.
Förderung beginnt am besten so früh wie möglich: In vielen Kindergärten findet Sprachförderung auch visuell statt, so wie im Kindergarten Rheinbergerstraße in Feldkirch.
Die schwachen Deutschleistungen Vorarlberger Volksschüler kommen für Kindergartenpädagogen nicht überraschend – sie sehen die Ursachen bereits im Vorschulalter und fordern mehr Förderung.

Für Daniela Mangold (32), Koordinatorin für Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen der Stadt Feldkirch, und Sabrina Effinger (31), Leiterin des Kindergartens Rheinbergerstraße, waren die Ergebnisse wenig überraschend. Was später in der Volksschule sichtbar werde, beginne bereits im Kindergarten. "Wir merken eine große Schere", sagt Mangold. Während einige Kinder sprachlich sehr gut aufgestellt seien, hätten andere deutliche Verzögerungen in der sprachlichen Entwicklung.

Die Pädagoginnen Daniela Mangold und Sabrina Effinger aus Feldkirch setzen auf positive Sprachvermittlung. ©VOL.AT

Monika Müller (49), Standortleiterin des Kinderhauses Kreuzfeld in Altach, stellt fest: "Wenn viele Kinder mit nichtdeutscher Erstsprache in einer Gruppe sind, wird es herausfordernder." Ihre Einrichtung habe damit keine Probleme. In manchen Regionen sei es jedoch schwierig, Kinder mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen ausgewogen auf die Kindergartengruppen aufzuteilen.

Sprachförderung muss früh einsetzen

Frühe Sprachförderung sei enorm wichtig. "Ich kann Mathematik erst lernen, wenn ich Sprache beherrsche", sagt Mangold. Auch soziale und emotionale Entwicklung sei eng mit der Sprache verknüpft. Der Ansatz der Elementarpädagoginnen lautet daher übergreifend: "Wir begleiten fast alles sprachlich." Ob beim Anziehen, Essen oder Spielen: Handlungen werden benannt, Gefühle beschrieben und Gespräche bewusst angestoßen. Zusätzlich kommen in den Kindergärten visuelle Hilfsmittel zum Einsatz. Abläufe wie Anziehen oder Händewaschen werden durch Bilder unterstützt.

Der Kindergarten Rheinbergerstraße setzt bei der Sprachförderung auch auf Visualisierungen. Besonders Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache werden darüber erreicht. ©VOL.AT

Die Kindergärten werden von Fachkräften für Sprachförderung unterstützt. In Bregenz beispielsweise – mit Ausnahme der Waldkindergärten – verfügt jede Einrichtung über eine eigene Sprachförderfachkraft.

Ohne Eltern geht es nicht

"Wir allein können ein Kind aber nicht auf das notwendige Sprachniveau bringen", sagt Mangold. Entscheidend sei die Zusammenarbeit mit den Eltern. Auch Müller sieht hier großen Handlungsbedarf: "Man sollte die Eltern mehr ins Boot holen."

Als Herausforderung sehen die Pädagoginnen den veränderten Alltag vieler Familien. Klassische Situationen wie Vorlesen oder gemeinsame Gespräche würden seltener werden. Smartphones, Tablets und Fernsehen nähmen mehr Zeit ein. "Die Interaktion fehlt teilweise komplett", sagt Effinger. Gerade diese sei jedoch entscheidend für den Spracherwerb. Alltägliche Situationen vom Busfahren bis zum Einkaufen böten ideale Lernmomente. Eltern könnten ihr Kind auf Gegenstände aufmerksam machen oder nach Farben fragen. Eltern mit nichtdeutscher Muttersprache sollten Deutsch sprechen, beispielsweise "auf der Strecke vom Kindergarten nach Hause", wie Müller sagt.

Druck durch Streichung von Fördermitteln

Aktuelle Kürzungen des Landes sorgen für Unsicherheit. Die Fördermittel des Landes gebe es nur unter Auflagen, sagt Müller. Das Land sehe 23 Kinder pro Gruppe vor, einige Gemeinden hatten aber kleinere Gruppengrößen. Ihre Gemeinde sei von den Kürzungen nicht betroffen, da sie sich streng an die Vorgaben halte.

"Jetzt" oder "später"? Kinder lernen am besten mit klaren Strukturen. Sprachförderung sollte so früh wie möglich einsetzen. ©VOL.AT

Mehr Personal, kleinere Gruppen

Laut der Pädagoginnen benötige es mehr Bewusstsein in Familien, weniger Medienkonsum und bessere Rahmenbedingungen in den Einrichtungen. "Kleinere Gruppen und multiprofessionelle Teams würden das Kindergartenpersonal entlasten", sagt Mangold. Müller bestätigt: "Je kleiner die Gruppen sind, desto mehr Zeit habe ich für jedes einzelne Kind."

(VOL.AT / Franziska Eckert)

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