Stadtwerke Bregenz steigen aus Gaslieferung aus
Entscheidung mit weitreichenden Folgen
Die Stadtwerke Bregenz stellen ihre Rolle als Gaslieferant ein. Ab Herbst 2026 wird das Unternehmen kein Erd- oder Biogas mehr an Kunden liefern. Hintergrund ist laut Stadtwerke die zunehmende Komplexität des liberalisierten Energiemarktes: Beschaffung, Handel und Verwaltung seien in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden.
Für ein regionales Unternehmen werde es damit immer schwieriger, die Gasversorgung wirtschaftlich und nachhaltig anzubieten. Die Konsequenz: ein strategischer Rückzug aus dem Vertrieb – und ein klarer Fokus auf den Betrieb der Infrastruktur.
Versorgung bleibt gesichert
Für die Haushalte in Bregenz, Lochau und Hörbranz bedeutet das aber nicht, dass plötzlich die Heizung kalt bleibt. Die Stadtwerke bleiben weiterhin Netzbetreiberin und sichern damit den Transport des Gases über die bestehenden Leitungen.
Rund 4.300 Objekte werden derzeit versorgt, bei etwa 85 Prozent davon waren die Stadtwerke bisher auch Lieferant. Alle betroffenen Kunden werden Ende April schriftlich informiert. Wer bis zum Stichtag keinen neuen Anbieter wählt, bekommt automatisch einen Versorger von der Regulierungsbehörde E-Control Austria zugewiesen.
Blick in die Energiezukunft
Die Neuausrichtung ist auch eine Wette auf die Zukunft. Die Stadtwerke wollen verstärkt in ihre Infrastruktur investieren – mit Blick auf alternative Energieträger wie erneuerbare Gase oder Wasserstoff. Damit soll auch ein Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung in der Landeshauptstadt geleistet werden.
Unverändert bleiben hingegen alle anderen Leistungen: Trinkwasserversorgung, Stadtbus, Seebad, Parkhaus am Hafen sowie die Angebote der Tochterfirma Schlappack sind von der Umstellung nicht betroffen.
Politik und Geschäftsführung stehen hinter dem Schritt
Bürgermeister Michael Ritsch betont die Versorgungssicherheit: "Die Stadtwerke Bregenz bleiben weiterhin eine verlässliche und starke Partnerin – als Netzbetreiberin werden sie auch künftig für eine reibungslose Lieferung sorgen und weiterhin in die Infrastruktur investieren. Die Versorgung der Bregenzer Bevölkerung ist dadurch sichergestellt."
Auch Stadtrat Hubert Kinz sieht die Entscheidung positiv: "Das ist für die Kunden der Bregenzer Stadtwerke ein richtiger Schritt zur Sicherung einer zeitgerechten Gasversorgung."
Geschäftsführer Wolfgang Winkler spricht von einem schwierigen, aber notwendigen Schritt: "Die Entscheidung, zukünftig kein Gaslieferant mehr zu sein, ist äußerst schwergefallen – allerdings aufgrund der analysierten Rahmenbedingungen unausweichlich. Dieser Schritt wird zu 100 Prozent von den Aufsichtsorganen der Landeshauptstadt Bregenz mitgetragen."
(VOL.AT)