Stand-up-Paddling: Diese Fehler können gefährlich werden
Stand-up-Paddling gilt als entspannter Sommersport: Sonne, ruhiges Wasser und das Gefühl von Freiheit locken jedes Jahr zahlreiche Menschen auf Seen und Flüsse. Doch gerade die scheinbare Leichtigkeit birgt Risiken. Laut Wasserrettung kommt es immer häufiger zu Einsätzen mit Beteiligung von SUP-Fahrerinnen und -Fahrern. Gemeinsam mit "Sicheres Vorarlberg" appellieren die Experten daher an mehr Eigenverantwortung und Vorbereitung.
Wetterumschwünge oft unterschätzt
Besonders gefährlich seien kalte, tiefe oder stark strömende Gewässer. Auch überhängende Äste, hohe Wasserstände oder plötzlich auffrischender Wind können rasch zur Gefahr werden. Am Bodensee etwa könnten sich Wetterbedingungen innerhalb weniger Minuten drastisch ändern, warnen die Fachleute.
Gerade Anfängerinnen und Anfänger sollten ihr Können realistisch einschätzen und zunächst in Ufernähe üben. Empfohlen wird außerdem ein stabileres Board sowie ein Technik-Kurs. "Die wichtigste Voraussetzung ist sicheres Schwimmen", betonen die Experten.
Richtige Ausrüstung kann Leben retten
Zur Grundausstattung gehört laut Wasserrettung eine sogenannte Leash – also eine Befestigungsleine, die verhindert, dass das Board nach einem Sturz abtreibt. Auf Seen wird deren Verwendung ausdrücklich empfohlen. Im Fließwasser hingegen sollte aus Sicherheitsgründen keine Leash getragen werden.
Auch eine Schwimm- beziehungsweise Rettungsweste wird dringend angeraten. Wer sich mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt, muss diese laut Vorschriften sogar verpflichtend mitführen.
Ebenso wichtig seien wetterangepasste Kleidung, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser. Bei kalten Wassertemperaturen empfehlen die Experten Trocken- oder Neoprenanzüge. Handy, Snacks und Wechselkleidung sollten wasserdicht verstaut werden.
Folgendes wird bei der Kleidung empfohlen:
- Unter 10 Grad Wassertemperatur: Trockenanzug (SUP Suit), darunter warme Funktionskleidung, Neoprenschuhe. Eventuell wasserdichte Socken, Mütze und Handschuhe.
- Zwischen 10 und 18 Grad Wassertemperatur: Trockenanzug (SUP Suit), darunter dünne Funktionskleidung oder eine spezielle SUP-Neoprenkleidung. Ein Neoprenanzug ist auf jeden Fall besser als keine Schutzkleidung.
- Über 18 Grad Wassertemperatur: Shorts, Shirts und Badebekleidung aus schnell trocknenden Materialien mit UV-Schutz. Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz nicht vergessen. Wer mehr Zeit im Wasser verbringt, ist mit einem Neoprenanzug besser ausgerüstet.
Niemals alleine und ohne Planung aufs Wasser
Vor jeder Tour sollte der Wetterbericht geprüft werden. Wer alleine unterwegs ist, sollte außerdem Freunde oder Familie über Route und geplante Rückkehrzeit informieren. Noch besser sei es, gemeinsam zu paddeln.
Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt aufs Wasser gelassen werden. Zudem wird geraten, das eigene Board mit Name, Adresse und Telefonnummer zu kennzeichnen. Das erleichtere im Ernstfall die Zuordnung.
Regeln auf dem Wasser beachten
Neben der eigenen Sicherheit spielen auch Rücksicht und Regeln eine wichtige Rolle. Segelboote haben auf Seen Vorrang vor SUP-Fahrerinnen und SUP-Fahrern, Motorboote wiederum müssen nachrangig fahren. Ausnahmen sind Linienschiffe sowie Rettungskräfte und Polizei im Einsatz. Abstand gilt außerdem zu Berufsfischern, Schilfzonen und Sperrgebieten.
Rot-weiß-rote Schilder oder Bojen kennzeichnen Sperrgebiete. Hier ist die Durchfahrt verboten. Hafeneinfahrten sollten, wenn überhaupt, zügig gequert werden.
Bei Sturmwarnungen – am Bodensee etwa durch orange Blinklichter signalisiert – sollte sofort das Ufer angesteuert werden. Kommt überraschend Wind auf, könne es helfen, auf Knien weiterzupaddeln, da der Körper so weniger Angriffsfläche bietet.
Für Notfälle empfehlen die Experten ein einfaches Hilfssignal: Beide Arme langsam und wiederholt seitlich heben und senken.
(VOL.AT)