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Statistik in Dornbirn: Haben Österreicher in Gemeindewohnungen Migrationshintergrund?

Dornbirn ist Vorarlbergs größte Stadt.
Dornbirn ist Vorarlbergs größte Stadt. ©VN
Dornbirn erhebt bei der Vergabe gemeinnütziger Wohnungen auch bei Österreichern Daten zum Migrationshintergrund – als einzige Stadt in Vorarlberg. Stadtrat Waibel (FPÖ) spricht von einer einmaligen statistischen Erhebung, betont aber, sie habe keinen Einfluss auf die Vergabe.

In der größten Stadt Vorarlbergs wird die Statistik zur Wohnungsvergabe fein granuliert geführt – so fein, dass selbst unter den österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern unterschieden wird: zwischen jenen mit und ohne Migrationshintergrund. Öffentlich gemacht hat das laut einem Bericht des "Standard" kürzlich Wohnungswesen-Stadtrat Christoph Waibel (FPÖ) – nicht im Rathaus, sondern im Landtag.

"190 Wohnungen haben im Jahr 2024 einen neuen Mieter gefunden", sagte er. Davon seien 70 ohne Zentralheizung gewesen. Dann wurde es spezifisch: "An österreichische Staatsbürger sind von unbeheizten Wohnungen 25 gegangen, österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund zwei, türkische Staatsbürger sechs, Afghanistan, Irak, …"

"Natürlich keinerlei Auswirkung"

Auf eine Anfrage verteidigt Christoph Waibel die Praxis: Die Erhebung sei "einmalig" erfolgt und diene ausschließlich statistischen Zwecken. Man wolle besser verstehen, welche Gruppen welche Wohnungen annehmen. Der Migrationshintergrund habe bei der Vergabe "natürlich keinerlei Auswirkung", so Waibel. Die Einhaltung der Wohnungsvergabe-Richtlinien des Landes Vorarlberg werde kontrolliert.

Christoph Waibel ©VOL.AT

Die Daten stammen laut Waibel aus den Melderegisterauszügen der Bewerberinnen und Bewerber. Zudem lasse sich durch Änderungen bei den jährlich abzugebenden Datenblättern auch nachvollziehen, ob jemand eingebürgert wurde.

Dornbirn allein auf weiter Flur

Der Blick über den Stadtrand zeigt: Dornbirn steht mit dieser Praxis in Vorarlberg allein da. Weder Bregenz noch Feldkirch, Bludenz oder Hohenems differenzieren in ihren Wohnstatistiken bei Österreichern nach Migrationsbiografie.

Aus Hohenems heißt es gegenüber dem "Standard": "Eine solche Kategorisierung wird weder erhoben noch gespeichert." Die Stadt erfasse nur jene personenbezogenen Daten, "die für die Abwicklung und Verwaltung von Wohnungsvergaben erforderlich sind". Eine weitergehende Unterscheidung nach Herkunft sei "nicht vorgesehen".

Punktesystem statt Personenmerkmale

Dornbirn selbst vergibt keine Wohnungen, sondern kooperiert mit gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften. Diese vergeben die Wohnungen laut Stadt nach einem automatisierten Punktesystem. Kriterien sind etwa Einkommen, gesundheitliche Einschränkungen oder wie lange jemand bereits in Dornbirn wohnt.

Stadtrat Waibel betont, dass die Entscheidungen im zuständigen Ausschuss – mit einer Ausnahme – seit 2019 stets einstimmig gefällt wurden. Die eine Gegenstimme sei laut Waibel mit den Worten gefallen: "Es kann ja nicht immer alles einstimmig sein."

(VOL.AT)

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