Der Kauf des Kapuzinerklosters in Dornbirn sorgt weiter für politische Debatten. Die Stadt hat das Kloster im Herbst für rund vier Millionen Euro gekauft. Die Nutzung des Gebäudes bleibt jedoch umstritten.
Die Neos in Dornbirn werfen der Stadt laut ORF vor, die Nachnutzung ohne ausreichende Diskussion verändert zu haben. Kritik gibt es auch an der Vereinbarung mit dem Franziskanerorden: Dieser darf noch fünf Jahre im Kloster bleiben. Die Patres haben darüber hinaus lebenslanges Wohnrecht, solange sie zu dritt im Kloster leben.
Kritik an Ablauf und Kosten
Die Neos beanstanden, dass die Entscheidung nur im Stadtrat gefallen sei und nicht in Absprache mit der Stadtvertretung. Aus Sicht der Partei sei das ein Nachteil für die Bevölkerung.
Martina Hladik von den Neos kritisierte laut ORF auch die finanzielle Seite der Vereinbarung. Dass die Patres mietfrei auf unbestimmte Zeit im Kloster wohnen können, sei wirtschaftlich nicht nachvollziehbar. Die Erhaltungskosten würden damit bei den Dornbirnerinnen und Dornbirnern liegen.
Wegen formaler Fehler hat die Partei eine Aufsichtsbeschwerde eingebracht.
Bürgermeister verteidigt Vereinbarung
Bürgermeister Markus Fässler (SPÖ) sagte laut ORF, er hätte sich vor diesem Schritt ein persönliches Gespräch über die Bedenken gewünscht. An den vereinbarten Nutzungsbedingungen hält er dennoch fest.
Für Fässler ist die Regelung ein tragfähiger Kompromiss. Ohne diese Bedingungen hätte die Katholische Kirche einem Verkauf des Klosters laut seiner Darstellung nicht zugestimmt.
Erste Ideen für die Nutzung
Für die künftige Nutzung des Gebäudes gibt es bereits erste Überlegungen. Fässler kann sich vorstellen, dass im Kloster künftig standesamtliche Trauungen stattfinden.
Ein Teil des Gebäudes soll zudem für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Der Innengarten soll laut ORF bereits ab Mitte Juni im Rahmen des Jubiläumsfests der Stadt geöffnet werden.
Fässler verwies außerdem auf die Bedeutung des Franziskanerordens für die Seelsorge im Krankenhaus und im Pflegebereich. Das Kapuzinerkloster sei zudem eine der bestbesuchten Kirchen in Dornbirn. Viele Menschen kämen auch zur Beichte. Kultur und Tradition sollten deshalb nicht leichtfertig aufgegeben werden, so der Bürgermeister.
Auch die Patres sehen Chancen
Auch im Kloster selbst wird der künftigen Entwicklung offenbar positiv entgegengesehen. Pater Makary sagte dem ORF, man freue sich auf den frischen Wind im Kloster. Die Patres verstünden sich als offen für die Menschen.
(VOL.AT)