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Streit um Kassenstellen: Ärztekammer sieht Versorgung im Land am Limit

In Vorarlberg wird über die zukünftige ärztliche Versorgung diskutiert, da bis 2030 lediglich sechs zusätzliche Kassenarztstellen vorgesehen sind.
In Vorarlberg wird über die zukünftige ärztliche Versorgung diskutiert, da bis 2030 lediglich sechs zusätzliche Kassenarztstellen vorgesehen sind. ©Canva/ Symbolbild
Bis 2030 bekommt Vorarlberg nur sechs zusätzliche Kassenarztstellen. Während die ÖGK die Zahl verteidigt, warnt die Ärztekammer vor einer angespannten Lage – und fordert bis zu 70 neue Planstellen.

Der geplante Ausbau der Kassenstellen im niedergelassenen Bereich sorgt in Vorarlberg für Diskussionen. Österreichweit gibt es derzeit 10.310 Kassenstellen. Bis 2030 sollen 370 weitere hinzukommen – 215 davon in Wien. Für die übrigen Bundesländer bleiben damit 155 zusätzliche Stellen, sechs davon sind für Vorarlberg vorgesehen.

Während die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) diese Zahl als ausreichend bewertet, sieht die Vorarlberger Ärztekammer die medizinische Versorgung im Land bereits am Limit.

"Versorgung stößt an Ecken und Enden"

Für den Präsidenten der Vorarlberger Ärztekammer, Burkhard Walla, ist die Lage angespannt. Gegenüber dem ORF erklärte er: "Die Versorgung stößt überall an Ecken und Enden. Es wäre gut, wenn es auch in Vorarlberg deutlich mehr Kassenvertragsstellen geben würde bis 2030."

Man sei derzeit "am Limit mit Kassenvertragsärzten", betonte Walla. Zwar wolle man keinen direkten Vergleich mit Wien ziehen, dennoch sei klar, dass im Land zu wenige Kassenstellen vorhanden seien.

Burkhard Walla ist Präsident der Vorarlberger Ärztekammer. ©Ärztekammer Vorarlberg

Die Ärztekammer verweist zudem auf eine gemeinsam mit der ÖGK und dem Land durchgeführte Ärztebedarfsstudie. "Das wissen wir auch aus der gemeinsamen Untersuchung mit ÖGK und Land. Wir haben eine Ärztebedarfsstudie gemacht." Demnach seien 60 bis 70 weitere Stellen notwendig, um die bestehende Versorgung langfristig abzusichern.

ÖGK hält Berechnung für valide

Bei der Österreichischen Gesundheitskasse sieht man die Situation anders. Die sechs vorgesehenen zusätzlichen Stellen basieren auf Berechnungen der Gesundheit Österreich GmbH.

Christoph Jenny vom Landesstellenausschuss der ÖGK sagte gegenüber dem ORF:
"Nachdem die Gesundheit Österreich GmbH durchaus immer wieder mit solchen Berechnungen befasst ist, habe ich aus heutiger Perspektive wenig Grund, daran zu zweifeln, dass diese Zahlen nicht valide sind."

Zudem sind in den vergangenen zwei Jahren bereits elf neue Kassenstellen in Vorarlberg geschaffen worden.

Land ortet Engpässe in Teilbereichen

Auch die Landesregierung hat sich zur geplanten Aufstockung geäußert. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) bezeichnete das Vorgehen der ÖGK als "grundsätzlich nachvollziehbar". Gleichzeitig deutete sie an, dass sechs zusätzliche Stellen bis 2030 wohl nicht ausreichen könnten.

Vor allem in einzelnen Fachbereichen sieht das Land Handlungsbedarf. So gebe es etwa bei der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu wenige Ärzte. Hier müsse gezielt nachgebessert werden.

(VOL.AT)

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