Swiss streicht 326 Sommerflüge – Vorarlberger Reiseexperte hat eine beruhigende Botschaft für Urlauber
Die Schweizer Airline Swiss muss in diesem Sommer erneut Hunderte Flüge aus ihrem Programm streichen. Zwischen April und Oktober fallen 326 der geplanten 88.000 Verbindungen aus – das entspricht etwa 0,4 Prozent des Gesamtangebots. Als Gründe nennt die Airline Pilotenmangel, laufende Umschulungen und technische Probleme bei mehreren Flugzeugen.
Besonders Langstreckenrouten sind betroffen. Nach Chicago fliegt die Swiss nur noch zwölf statt 14 Mal pro Woche, nach Shanghai sogar nur noch drei statt sieben Flüge wöchentlich. Swiss-COO Oliver Buchhofer begründet das mit dem hohen Personalbedarf auf diesen Strecken. Betroffene Passagiere wurden laut Airline bereits im Februar informiert.
Beruhigende Worte vom Vorarlberger Reiseexperten
Michael Nachbauer von High Life Reisen in Vorarlberg und Spartensprecher der Vorarlberger Reisebüros gibt Entwarnung. "Die Streichungen haben in der Vergangenheit vor allem Geschäftsreisen getroffen, weniger die touristischen Verbindungen", sagt Nachbauer. Der Grund: Typische Urlaubsrouten werden großteils über die Swiss-Tochter Edelweiss abgewickelt – und die sei derzeit sehr gut ausgelastet.
Auf der Langstrecke hingegen gibt es aktuell sogar ein anderes Problem: Wegen des temporären Wegfalls der Drehkreuze im arabischen Raum stehen dort derzeit eher zu wenige als zu viele Sitzplätze zur Verfügung. Für Vorarlberger Urlauber, die über Zürich in die Ferne reisen wollen, ist eine frühzeitige Buchung sicher ratsam.
Triebwerksprobleme und neue Flugzeugtypen verschärfen die Lage
Laut dem Branchenmedium "Aerotelegraph" treffen gleich mehrere Faktoren zusammen: Mehrere Maschinen des Typs A320 und A220 sind wegen Triebwerksproblemen weiterhin am Boden. Damit die betroffenen Crews auf anderen Flugzeugtypen eingesetzt werden können, sind aufwendige Umschulungen nötig. Gleichzeitig laufen Ausbildungen auf dem neuen Langstreckenjet A350 – auch das bindet Piloten, die sonst im regulären Betrieb fehlen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Situation allerdings deutlich entspannter: 2025 musste Swiss noch rund 1.400 Flüge oder 1,5 Prozent ihres Sommerangebots streichen.
15.000 Franken Bonus fürs freiwillige Kündigen
Während Piloten Mangelware sind, hat die Swiss beim Kabinenpersonal das gegenteilige Problem: einen Überbestand. Vollzeitbeschäftigte Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter erhalten deshalb derzeit einen Bonus von 15.000 Schweizer Franken, wenn sie freiwillig kündigen.
Das aktuell veröffentlichte Flugprogramm soll laut Swiss wie geplant durchgeführt werden können.