TBC in Vorarlberg: Sechs Betriebe gesperrt, 22 Tiere getötet
Im Ausschuss des Vorarlberger Landtags informierten Landesrat Christian Gantner und Landesveterinär Norbert Greber am Mittwoch über den Stand der TBC-Bekämpfung. In der Landwirtschaft wurden bisher rund 6800 Rinder untersucht. 22 Tiere wurden diagnostisch getötet, bei 13 bestätigte ein PCR-Test die Infektion. Sechs landwirtschaftliche Betriebe stehen derzeit unter behördlicher Sperre – fünf im Bregenzerwald, einer im Unterland.
Die laufenden Untersuchungen sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. In einem Fall besteht die Sperre laut Landesveterinärbehörde ausschließlich wegen ausstehender Hygienemaßnahmen nach einer bereits erfolgten Bestandstötung. Hinweise auf eine Übertragung der Krankheit auf Menschen liegen derzeit nicht vor.
Rotwild: Prävalenz rückläufig, Abschussquoten steigen
Auch im Rotwildbestand bleibt die Situation angespannt. Landesweit wurden im laufenden Jagdjahr 2025/26 bisher 904 Tiere untersucht. 47 davon waren TBC-positiv. Die Prävalenz liegt in den betroffenen Gebieten bei 7,6 Prozent im Bezirk Bludenz und 3,1 Prozent im Bezirk Bregenz – deutlich weniger als im Vorjahr.
Zur Eindämmung der Seuche wurden die Abschussvorgaben teils massiv erhöht. In manchen Jagdgebieten wurden Kontingente um bis zu 200 Prozent ausgeweitet. Laut Gantner handelt es sich dabei nicht um gewöhnliche Jagdmaßnahmen, sondern um seuchenrechtlich notwendige Eingriffe. Der Erfolg hänge maßgeblich davon ab, ob die Vorgaben auch umgesetzt werden.
Vorsorgemaßnahmen in der Landwirtschaft
Neben den Untersuchungen in ausgewiesenen Sonderuntersuchungsgebieten – aktuell auf 12.500 Tiere ausgeweitet – verweist die Behörde auf weitere Maßnahmen: die Einhaltung eines 12-Punkte-Plans bei der Alpung, freiwillige Tests vor Viehversteigerungen und der Verzicht auf bestimmte Veranstaltungen, wenn dies aus seuchenhygienischer Sicht erforderlich ist.
Appell an Zusammenhalt
Die Bekämpfung der Tuberkulose sei eine gemeinsame Aufgabe, betonte Gantner. Es brauche das Zusammenspiel von Jagd, Landwirtschaft und Behörden. Aussagen über weitere Schritte seien erst nach Abschluss der Untersuchungen möglich. Man bitte um Rücksichtnahme, da die Situation für betroffene Betriebe mit Unsicherheit und psychischer Belastung verbunden sei.
(VOL.AT)