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Tierärztin erklärt: Warum mehrere Katzen nicht immer die beste Idee sind

Wie funktioniert harmonisches Zusammenleben mit mehreren Katzen?
Wie funktioniert harmonisches Zusammenleben mit mehreren Katzen? ©VOL.AT/Mayer, Canva
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Tierärztin Tanja Warter von der Katzenordination erklärt, worauf es beim Zusammenleben mehrerer Katzen ankommt und warum es nicht immer funktioniert.

Was Katenzbesitzer wissen sollten

Immer wieder stellt sich für Halter die Frage, ob Katzen besser in Gesellschaft leben sollten. Die Empfehlung, grundsätzlich mehrere Tiere zu halten, sieht Warter differenziert. "Die Sache mit dem, dass immer mehrere Katzen zusammenleben sollten, ist so auch ein Stück weit in das Reich der Mythen abzutun", erklärt sie.

"Das kann richtig ins Auge gehen"

Soziale Katzen, die von klein auf viel Kontakt mit Artgenossen hatten, profitierten durchaus von Gemeinschaft. Doch gerade bei bereits lange allein lebenden Wohnungskatzen könne eine spätere Zusammenführung problematisch sein. "Das kann richtig ins Auge gehen", warnt Warter.

Video: Sollte man mehrere Katzen halten?

Ein sogenannter Vergesellschaftungsprozess müsse über viele Wochen hinweg sorgfältig vorbereitet werden. Sonst könne es passieren, dass sich die ursprüngliche Katze zurückzieht oder sogar das Zuhause wechselt. "Es wäre nicht das erste Mal, dass ich dann sehen würde, dass die alte Katze sich irgendwie zurückzieht oder, wenn sie Freigänger ist, dass sie überhaupt woanders hinzieht, zu den Nachbarn, sich dort einquartiert", so die Tierärztin.

Mehrkatzen‑Haushalt: Die wichtigsten Tipps

Nach Aussagen von Tierärztin Tanja Warter (Katzenordination). Für schnelle Einbindung in Artikeln & Ratgeberboxen.

Nicht jede Katze braucht Gesellschaft

Die Pauschalregel „immer zu zweit“ ist ein Mythos. Vor allem lange allein lebende Wohnungskatzen tolerieren Zuwachs oft schlecht.

Sozial geprägte Katzen profitieren

Katzen mit früher, positiver Artgenossen‑Erfahrung kommen in Gemeinschaft oft besser zurecht – Chemie prüfen.

Zusammenführung: Wochen statt Tage

Vergesellschaftung schrittweise planen (Rückzugsorte, getrennte Ressourcen, Geruchs‑/Sichtkontakt, schrittweise Begegnungen). Zu schnelle Einführung führt häufig zu Rückzug oder Revierwechsel der Erstkatze.

Start: Räume trennen, Austausch von Decken/Gerüchen.
Sichtgitter: Positive Assoziation mit Futter/Spiel an der Barriere.
Kurzkontakte: Kurze, überwachte Sessions, steigern sofern stressfrei.

Bestehende Freundschaften mitnehmen

Bei Tierheim‑Paaren bekannte Bindungen respektieren und möglichst gemeinsam vermitteln.

Red Flags bei der Einführung

Dauerfauchen, Futterverweigerung, Unsauberkeit, Verstecken, Jagdverhalten. Tempo reduzieren, ggf. Schritt zurück.

Ressourcen‑Regel 1‑pro‑Katze + 1

Für jede Katze je ein Klo, Napf, Schlafplatz plus eine zusätzliche Einheit. Orte auf mehrere Räume verteilen.

Zitat

„Das kann richtig ins Auge gehen“ – unüberlegte Zusammenführungen vermeiden, stattdessen strukturiert und langsam vorgehen.

Wenn Katzen sich gut verstehen

Anders sei es bei Katzen, die bereits gemeinsam aufgewachsen sind oder sich gut verstehen. Besonders bei Tieren aus dem Tierheim sei es wichtig, vorhandene Bindungen zu berücksichtigen. "Wenn man schon aus dem Tierheim zum Beispiel weiß, die sind irgendwie dicke Freundinnen oder Freunde, dann sollte man möglichst schauen, dass man die auch miteinander vermitteln kann", gibt Tanja Warter zu verstehen.

(VOL.AT)

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