Wenn am 6. Februar im Giuseppe-Meazza-Stadion das olympische Feuer entzündet wird, blicken auch in Vorarlberg viele Augen gebannt nach Mailand. Denn mitten im rot-weiß-roten Aufgebot mischen sich zahlreiche Sportlerinnen und Sportler aus dem Ländle.
Drei Namen stehen schon jetzt so gut wie fest. Snowboardcrosser Alessandro Hämmerle – Goldmedaillengewinner von Peking 2022 – wird alles daran setzen, seinen Titel am 12. Februar im Livigno Snow Park zu verteidigen.
Ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit dabei: Rodel-Ass Jonas Müller. Der 28-jährige Bludenzer konnte sich in der internen Auswahl des Österreichischen Rodelverbands klar gegen die Konkurrenz durchsetzen. Es wäre sein Olympia-Debüt und damit ein Meilenstein für den Bludenzer.
Auch Eiskunstläuferin Olga Mikutina ist mit ihrem 13. Platz von Peking 2022 fix im Gedächtnis geblieben. Für die Feldkircherin, mittlerweile 22 Jahre alt, werden es die zweiten Spiele.
Zwei bittere Ausfälle und viele offene Rennen
Ein schwerer Dämpfer traf das Vorarlberger Ski-Team: Mit Katharina Liensberger und Magdalena Egger fallen zwei potenzielle Fixstarterinnen verletzungsbedingt aus. Beide waren auf bestem Kurs Richtung Olympia. Egger beeindruckte mit einem zweiten Platz in St. Moritz, Liensberger zeigte mit Top-Platzierungen im Slalom auf. Doch schwere Verletzungen warfen beide brutal zurück.
In den Speedbewerben lebt die Hoffnung dennoch weiter. Die Lecherin Nina Ortlieb und Ariane Rädler aus Möggers liegen sowohl in Abfahrt als auch im Super-G unter den besten vier Österreicherinnen.
Eine starke Ausgangslage, aber noch kein Selbstläufer. Wohl nicht ganz reichen wird es für Victoria Olivier, Emily Schöpf, Vanessa Nussbaumer und Leonie Zegg.
Johannes Strolz, der Überflieger von Peking, mit Gold in der Kombination und in der Mannschaft sowie Silber im Slalom, kämpft dieses Jahr noch mit der Form. Für eine erneute Nominierung des 34-jährigen Warthers bedarf es noch eines absoluten Topresultats.
Besser läuft es für Patrick Feurstein: Der Mellauer liegt im Riesentorlauf gut im Rennen. Sein Cousin Lukas Feurstein wird für den Super-G wohl noch ein Topergebnis benötigen, um sich zu qualifizieren.
Für Noel Zwischenbrugger und Jakob Greber wird es aller Voraussicht nach nicht reichen für einen Olympia-Startplatz.
Rodler, Bobfahrer und Skicrosser mit Chancen
Neben Einzelrodler Jonas Müller mischen auch die Doppelsitzer mit: Thomas Steu (Partner: Wolfgang Kindl) und Yannick Müller (mit Armin Frauscher) haben jeweils Podestplätze in der laufenden Saison eingefahren. Die Konkurrenz innerhalb des österreichischen Teams ist groß, aber die Form stimmt. Einer von ihnen wird sicher dabei sein, möglicherweise auch beide.
Auch im Bob dürfen sich gleich vier Vorarlberger "Anschieber" berechtigte Hoffnungen machen: Kristian Huber, schon 2022 in Peking dabei, ist Teil des Vierers von Markus Treichl. Sollte Österreich wie erwartet zwei Teams stellen, könnten auch die Zwillinge Daniel und Martin Bertschler sowie Lukas Zech nominiert werden.
Eine stille Favoritin auf ein Olympia-Ticket ist auch Sonja Gigler. Im Skicross liegt die 24-Jährige als zweitbeste Österreicherin auf Rang 23 im Weltcup, solide, aber noch mit Luft nach oben. Für Claudio und Leonie Lussnig sowie Nicolas Lussnig dürfte es hingegen nicht reichen.
Außenseiter und Zukunftshoffnungen
Ein Lichtblick im Ski-Freestyle: Julius Forer präsentiert sich stark und darf realistisch mit einem Startplatz spekulieren.
Eher geringere Chancen haben hingegen Skispringer Niklas Bachlinger sowie die Skibergsteiger Daniel Zugg und Daniel Ganahl.
Nicht alle Träume werden wahr, das ist die bittere Realität im Hochleistungssport. Doch was bleibt, ist eine beeindruckende Breite an Vorarlberger Athletinnen und Athleten, die auf höchstem Niveau mitmischen. Einige schreiben bereits Geschichte, andere kämpfen sich gerade an den Traum heran. Und genau das macht Olympia aus: Hoffnung, Herzblut und die ganz große Bühne.
(VOL.AT)