Drei Verfahren bei bekannter Garten-Gruppe: Was jetzt auf dem Spiel steht
Die Rosen Waibel Handelsgesellschaft m. b. H. mit Sitz in Mäder ist insolvent. Das Unternehmen, das seit 1991 im Handel und Vertrieb mit Blumen tätig ist, hat am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
23 Dienstnehmer betroffen
Laut Schuldnerangaben sind 23 Dienstnehmer und rund 30 Gläubiger betroffen. Die Passiva belaufen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. Geschäftsführer und Gesellschafter ist Marco Waibel.
Als Ursache nennt das Unternehmen die wirtschaftlich schwierige Lage im Blumenhandel. Die Inflation habe bei wichtigen Käufergruppen die Kaufkraft geschwächt. Gleichzeitig hätten Überkapazitäten am Markt und ein verschärfter Wettbewerb den Druck erhöht. Die Folge: B2B-Kunden hätten nicht mehr die notwendigen Mengen abgenommen.
Sanierungsplan mit 20 Prozent Quote geplant
Die Gesellschaft strebt eine Fortführung über einen Sanierungsplan an. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren.
Ob und in welcher Form der Betrieb weitergeführt werden kann, wird nun im Verfahren am Landesgericht Feldkirch geklärt.
Zweite Waibel-Firma ebenfalls insolvent
Nach der Rosen Waibel Handelsgesellschaft hat nun auch die Waibel Produktions GmbH aus Mäder ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind 17 Mitarbeiter, 31 Gläubiger und Verbindlichkeiten von rund 16,6 Millionen Euro.
Die Waibel Produktions GmbH mit Sitz in Mäder wurde 2022 gegründet und übernahm den Betrieb eines zuvor bestehenden landwirtschaftlichen Einzelunternehmens. Das Unternehmen produziert und vertreibt Blumen und Pflanzen und ist zudem im Handels- und Vermietungsgeschäft tätig.
Rund 16,6 Millionen Euro
Laut Insolvenzantrag führten insbesondere stark gestiegene Lohn- und Energiekosten, Verzögerungen und Kostenüberschreitungen bei Bauprojekten sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck durch günstigere Importware aus den Niederlanden zur wirtschaftlichen Schieflage. Zudem habe die inflationsbedingt gesunkene Kaufkraft die Nachfrage belastet.
Von dem beantragten Sanierungsverfahren sind 17 Dienstnehmer und 31 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten werden mit rund 16,6 Millionen Euro angegeben.
Das Unternehmen strebt eine Fortführung an. Vorgesehen sind laut Antrag die Einstellung der landwirtschaftlichen Produktion und des Handelsgeschäfts, die Verwertung von Immobilien und sonstigen Vermögenswerten sowie die Konzentration auf verbleibende Geschäftsbereiche. Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan mit einer Quote von zumindest 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten werden.
Dritte Firma Insolvent
Mit der Waibel Floristik GmbH hat nun die dritte Gesellschaft der Waibel-Unternehmensgruppe Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Münchendorf beschäftigt 44 Mitarbeiter und weist Verbindlichkeiten von rund 5,7 Millionen Euro gegenüber 52 Gläubigern auf.
Als Ursachen werden der Verlust eines wichtigen Großkunden, daraus resultierende rechtliche Auseinandersetzungen mit Lieferanten sowie die allgemeinen Kostensteigerungen genannt. Die Gesellschaft, die unter anderem Rosen produziert sowie Floristik- und Handelsgeschäfte betreibt, strebt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an und bietet ihren Gläubigern eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren an.
Zusammen mit den bereits bekannt gewordenen Insolvenzen der Rosen Waibel Handelsgesellschaft und der Waibel Produktions GmbH belaufen sich die Verbindlichkeiten der drei Unternehmen auf rund 24,8 Millionen Euro.
(VOL.AT)