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Warum der abgesagte Neubau der Schule Forach Dornbirn Millionen kostet

In diesem Gebiet in Dornbirn Forach wird jetzt eine neue Quartiersentwicklung geplant.
In diesem Gebiet in Dornbirn Forach wird jetzt eine neue Quartiersentwicklung geplant. ©Vogis Land Vorarlberg
Das wenige Wochen vor dem Spatenstich gestoppte und rund 30 Millionen Euro schwere Bauprojekt für die neue Schule Forach kostet die Stadt Dornbirn sehr viel Geld – auch wenn die Schule aufgrund eines Beschlusses der Stadt gar nicht gebaut wird.

Dass dennoch Kosten in Millionenhöhe auflaufen, hängt mit den fortgeschrittenen Planungen für das bewilligte Bauprojekt zusammen.

Zehn Planungsbüros am Projekt beteiligt

Mit der Generalplanung für die Schule Forach wurde das Bregenzer Architekturbüro Bernardo Bader Architekten beauftragt. Dieses Architekturbüro gewann 2021 den Wettbewerb und wurde dann als Generalplaner beauftragt.

Dabei koordinierte der Generalplaner weitere neun Planungsbüros für diverse Zuständigkeiten (Bauphysik, Brandschutz, Elektro, Haustechnik …). In Summe floss somit eine teils jahrelange Tätigkeit von zehn Planungsbüros in das Projekt hinein, und das alles auf Basis des Generalplanervertrages. Dieser Vertrag beinhaltet also mehr als nur architektonische Planungen.

Planungsleistungen von 2,86 Millionen Euro abgerechnet

Durch den Stopp des Projekts bleiben die Planungskosten übrig. Wie die Stadt auf wpa-Anfrage erklärte, habe man es mit folgenden Kosten zu tun: Der Architekturwettbewerb habe rund 174.000 Euro gekostet. Die Stadtvertretung habe davon unabhängig einen Planungsauftrag in Höhe von 3,94 Millionen Euro brutto beschlossen.

Das Siegerprojekt von Bernardo Bader Architekten für die neue Schule Forach in Dornbirn. Die Schule wird es in dieser Form an diesem Standort nicht geben. ©Bernardo Bader Architekten

Rund 2,86 Millionen Euro davon seien bisher mit dem Generalplaner abgerechnet worden. Es wurde also noch mehr als eine Million Euro an beschlossenen Planungsleistungen nicht abgerechnet, weil sie aufgrund des Projektstopps nicht erbracht wurden, so die Stadt.

Vertraglich geregelte "Entschädigung" nach Projektabbruch

Hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn ein Generalplanervertrag regelt alle Details für Planung und Abwicklung einer Baustelle. Dazu gehören auch Klauseln für eine Absage des Projektes. Sie regeln in so einem Fall, dass einem Generalplaner unabhängig von den erbrachten Leistungen eine Art "Entschädigung" zusteht.

Hier geht es um Geld, das die Planer bekommen, obwohl dahinter keine erbrachten Leistungen stehen. Derartige Regelungen sind nach Angaben aus der Bau- und Architekturszene üblich.

Mehr als 600.000 Euro stehen den Planern angeblich vertraglich noch zu

Nach konkreten wpa-Informationen sind aus dieser Projektabsageklausel jetzt mehr als 600.000 Euro an Forderungen des Generalplaners (auch stellvertretend für die anderen Planungsbüros) anhängig. Die Summe ergibt sich daraus, dass gemäß Generalplanervertrag den Planern im Fall eines Stopps die Zahlung von 60 Prozent der beschlossenen, aber nicht abgerufenen Planungsleistungen zusteht.

Die Stadt Dornbirn bestätigte auf wpa-Anfrage, dass man sich gegenwärtig in Verhandlungen mit dem Generalplaner in Bezug auf offene Forderungen aus dem Generalplanervertrag befinde. Angaben zu den tatsächlichen Euro-Beträgen und den Details des Vertrages machte die Stadt nicht.

Architekt Bernardo Bader bestätigt Verhandlungen

Bernardo Bader bestätigte auf wpa-Anfrage den Sachverhalt ebenfalls, aber ohne konkrete Zahlen zu nennen. Man habe die Planungsleistungen auf Basis eines Generalplanervertrages erbracht, der den kammerkonformen Vertragsstandards entspreche.

"Wir hätten sehr gerne gebaut, aber die Stadt hat sich zu einem sehr späten Zeitpunkt für einen Stopp entschieden." Gegenwärtig befinde man sich in konstruktiven Gesprächen, um eine für beide Seiten "faire und sachgerechte" Lösung zu finden.

Dornbirn hat Alternative bekommen

Der Stopp des Projekts hängt nach Angaben der Stadt neben den "überproportional hohen Baukosten" damit zusammen, dass man zwischenzeitlich die Gelegenheit bekommen habe, auf einem Nachbargrundstück ein anderes Projekt umzusetzen.

Hier gehe es um eine gemeinsame Nutzung für Schule samt Pflegeheim, Kindergärten und Freiräumen. Details sollen demnächst bekannt gegeben werden.

(wpa/gübi)

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