AA

Trump verblüfft mit irrer Aussage: "Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist"

Im August 2018 erklärte Infantino bei seinem Besuch im Oval Office die Bedeutung der Gelben und Roten Karten. ©AFP/Archivbild

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun gebeten zu haben. Für Aufsehen sorgte dabei vor allem eine bemerkenswerte Aussage: Er habe zunächst gar nicht gewusst, was eine Rote Karte im Fußball bedeutet.

Noch vor dem WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien erklärte Donald Trump am Montag, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich um eine Überprüfung der Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun ersucht habe. Der US-Präsident bezeichnete den Platzverweis aus dem Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina als "unfair" und sagte, er habe nicht gefunden, "dass es ein Foul war".

Bedeutung der Roten Karte war ihm nicht bekannt

Für besonderes Aufsehen sorgte vor allem eine Aussage des 80-Jährigen: Trump räumte ein, dass ihm die Bedeutung einer Roten Karte zunächst gar nicht bekannt gewesen sei.

"Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist. Als ich es herausfand, sagte ich: 'Das kann doch nicht wahr sein.' Dieser Typ hebt einfach die Hand und sagt, dein bester Spieler wird im nächsten Spiel nicht spielen", sagte Trump vor Journalisten im Oval Office. Das sei "eine Menge Macht" und "schrecklich", erklärte er.

"Ich verstehe Sport wirklich gut"

Bemerkenswert ist die Aussage auch deshalb, weil Trump kurz zuvor seine eigene Sportkompetenz hervorgehoben hatte. "Ich bin jemand, der Sport liebt und ein guter Sportler war. Und ich verstehe Sport wirklich gut", sagte der US-Präsident.

Nach eigenen Angaben wandte er sich erst nach seiner Erklärung der Roten Karte an Infantino. Dieser bestätigte das Gespräch und verwies darauf, dass über Sperren ausschließlich die unabhängigen Gremien der FIFA entscheiden.

Die FIFA setzte die Sperre schließlich zur Bewährung aus, wodurch Balogun im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt war.

Kritik am Schiedsrichter

Trump äußerte sich außerdem kritisch über den brasilianischen Schiedsrichter Raphael Claus, der Balogun vom Platz gestellt hatte. Dessen Vergangenheit sei "sehr verdächtig", behauptete der US-Präsident, ohne seine Vorwürfe näher zu begründen.

FIFA nimmt Referee in Schutz

Der Fußball-Weltverband FIFA hat WM-Schiedsrichter Raphael Claus nach der Kritik von Trump in Schutz genommen. Der brasilianische Referee, der im Mittelpunkt der Kontroverse um Balogun steht, habe während seiner gesamten Laufbahn "höchste Maßstäbe an Professionalität und Integrität" bewiesen, teilte die FIFA mit.

Schiedsrichterchef Pierluigi Collina bezeichnete Claus als wichtiges Mitglied des Teams der Unparteiischen bei der WM. "Er ist ein erfahrener und hoch angesehener Schiedsrichter, und wir haben weiterhin volles Vertrauen in ihn als zuverlässigen Spielleiter", sagte Collina.

Der Platzverweis für Balogun war nach einem Zweikampf mit einem bosnischen Spieler erfolgt. Trump sprach von einem Zusammenstoß zweier "großartiger Athleten", die sich ineinander verhakt hätten. Aus seiner Sicht habe die Szene keinen Platzverweis gerechtfertigt.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Fussball
  • Trump verblüfft mit irrer Aussage: "Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist"