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Übernahme von Erne Fittings durch chinesischen Investor fraglich

Ob Erne Fittings tatsächlich von Jiuli Metals übernommen wird, ist zumindest fraglich geworden.
Ob Erne Fittings tatsächlich von Jiuli Metals übernommen wird, ist zumindest fraglich geworden. ©Erne Fittings
Fast ein Jahr nach der angekündigten Übernahme des Vorarlberger Industriebetriebs Erne Fittings durch einen chinesischen Konzern gibt es neue Entwicklungen. Aktuelle Informationen werfen Fragen zum Stand der Transaktion auf.

Vor knapp einem Jahr wurde bekannt, dass der Oberländer Industriebetrieb Erne Fittings bzw. Erne Group mit Hauptsitz in Schlins vom chinesischen Konzern Jiuli Hightech Metals zur Gänze übernommen werden soll.

Jiuli Hightech Metals ist eine Tochtergesellschaft der Jiuli Group Co., Ltd. Der Mischkonzern hat seinen Sitz in Huzhou in der Provinz Zhejiang.

Geplanter Eigentümerwechsel blieb aus

Doch wie wpa-Informationen jetzt zeigen, ist dieser geplante Deal massiv ins Stocken geraten und möglicherweise sogar geplatzt. So zeigt unter anderem ein Blick ins Firmenbuch, dass die bisherigen Eigentumsverhältnisse unverändert sind.

Nach wie vor sind die Investoren Stephan Zöchling und die Familien-Privatstiftung Haselsteiner über diverse Zwischengesellschaften als maßgebliche Eigentümer eingetragen. Hinweise auf die neuen chinesischen Eigentümer gibt es keine. Eigentlich war das Closing für den Deal für September 2025 vorgesehen.

"Das Closing hat nicht wie geplant stattgefunden"

Erne-Fittings-Geschäftsführer Matthias Kaufmann sagte am Dienstag auf wpa-Anfrage, dass noch kein Eigentümerwechsel durchgeführt wurde. "Das Closing hat nicht wie geplant stattgefunden. Aufgrund der Behördenverfahren zur Bewilligung der Übernahme ist das Long-Stop-Date überschritten worden, wodurch der Vertrag aufgelöst wurde."

In weiterer Folge habe Jiuli Metals den bisherigen Antrag auf Übernahme von Erne Fittings zurückgezogen. Aktuell führe man weitere Gespräche, um die Situation zu lösen. Nähere Informationen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen, so Kaufmann.

Premium-Anbieter von Einschweißfittings

Erne Fittings ist auf die Entwicklung und Herstellung sowie den internationalen Vertrieb von hochwertigen und fest verschweißbaren Rohrleitungsverbindungen spezialisiert. In Fachkreisen sind diese Teile als "Einschweißfittings" bekannt. Sie kommen vor allem in der Öl- und Gasindustrie, dem Kraftwerksbau, in der Chemie- und Offshore-Industrie sowie in Nuklearanlagen zum Einsatz. Erne Fittings gilt dabei als einer der international führenden Premium-Anbieter.

Investitionskontrolle bei sensiblen Übernahmen durch Nicht-EU-Investoren

Mit dieser Tätigkeit befindet sich Erne Fittings allerdings unter jenen europäischen Firmen, deren Produkte in den Bereich kritische Infrastruktur und sensible Technologien fallen. Folglich unterliegt so eine Transaktion wie der Verkauf an einen chinesischen Investor der Investitionskontrolle in Österreich und der EU. Das dürften jene Behördenverfahren sein, die Matthias Kaufmann erwähnt hat. Im Inland greift hier das Investitionskontrollgesetz.

Besonders streng durch Österreich und die EU kontrolliert werden in dem Zusammenhang Unternehmensverkäufe in Nicht-EU-Länder aus den Bereichen Sicherheit, Verteidigung, kritische Infrastruktur (Wasser, Energie, Telekommunikation) und medizinische Versorgung sowie Entwicklung und Forschung im Bereich Hochtechnologie.

Neue globale Verhältnisse wirken auch auf Vorarlberg

Damit soll der Technologietransfer in sensiblen und strategisch wichtigen Schlüsselsektoren in Nicht-EU-Länder kontrolliert werden. Im äußersten Fall kann es auch zu einer Untersagung kommen. Das Beispiel zeigt, wie schnell sich die Verschiebung der globalen Sicherheitsarchitektur und der stärkere Schutz von EU-Interessen auch auf Unternehmen in Vorarlberg auswirkt.

(wpa/gübi)

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