Ungewöhnliche Signale unter Vulkan – Behörden bereiten sich vor
Gemeint ist der Vulkan Teide auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa. Der mächtige Stratovulkan gilt als Wahrzeichen der Insel, auf der rund 955.000 Menschen leben und die jährlich von Millionen Touristinnen und Touristen besucht wird.
Tausende kleine Beben registriert
In den vergangenen Wochen haben Messstationen im Gebiet des Teide-Nationalparks zahlreiche Erdbeben aufgezeichnet. Wie das Fachportal vulkane.net berichtet, wurden innerhalb kurzer Zeit Tausende seismische Ereignisse registriert.
Die meisten dieser Beben waren so schwach, dass sie von der Bevölkerung nicht wahrgenommen wurden. Für Forschende liefern sie jedoch wichtige Daten über die Prozesse im Inneren des Vulkans.
Einige der registrierten Signale unterscheiden sich dabei von bisherigen Aktivitätsmustern. Genau diese Abweichungen sorgen derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit unter Vulkanologinnen und Vulkanologen.
Stadt richtet technische Kommission ein
Auch politisch wird die Entwicklung genau beobachtet. In der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife ließ Bürgermeister José Manuel Bermúdez eine technische Kommission einsetzen. Diese soll mögliche Szenarien analysieren und Notfallpläne vorbereiten.
"Wir wissen nicht, wie es sein wird, wie es ablaufen wird oder wann es passieren wird", erklärte Bermúdez laut der spanischen Zeitung El Confidencial. Gerade deshalb wolle sich die Stadt frühzeitig auf unterschiedliche Entwicklungen vorbereiten.
Hinweise auf Prozesse tief im Untergrund
Messgeräte registrierten zudem mehrere Dutzend besondere seismische Signale, darunter sogenannte Long-Period-Ereignisse und hybride Beben. Diese treten in Tiefen zwischen sieben und fünfzehn Kilometern auf.
Nach Einschätzung von Forschenden können solche Signale auf mögliche Bewegungen von Magma im Inneren des Vulkans hindeuten. Eine verlässliche Prognose über einen möglichen Ausbruch lässt sich daraus jedoch derzeit nicht ableiten.
Keine Alarmstufe – Situation wird beobachtet
Trotz der erhöhten Aktivität warnen Fachleute vor voreiligen Schlussfolgerungen. Laut Behörden gibt es derzeit weder eine konkrete Alarmstufe noch gesicherte Hinweise auf einen bevorstehenden Ausbruch.
Ein dichtes Netzwerk aus Messstationen analysiert weiterhin Erdbeben, Gaswerte und Bodenbewegungen, um Veränderungen im Vulkansystem möglichst früh zu erkennen.
(VOL.AT)