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"Unser Funken ist kein Geschäft" – weshalb der Bregenzer Funken anders organisiert wird

Strobel/VOL.AT
Strobel/VOL.AT
In diesen Tagen lodern in Vorarlberg wieder die Funken. Doch in Bregenz-Rieden steckt hinter dem Feuer eine Geschichte, die nur wenige kennen – und die mit Ehrenamt, Kameradschaft und einem klaren Versprechen an Familien zu tun hat.

Wenn die Hexe im Funken unter lautem Knall verbrennt, jubeln Kinder, wärmen sich Familien am Feuer und ein alter Brauch lebt weiter. In Bregenz-Rieden wird dieses Schauspiel jedoch nicht von einer Funkenzunft organisiert – sondern von der Feuerwehr. Und genau das macht den Funken dort besonders.

Michaela Höfle im Interview

Feuerwehr statt Funkenzunft

"Unser Funken ist deshalb etwas Besonderes, weil wir ihn aus unserem Ehrenamt heraus machen – als Feuerwehr", sagt Michaela von der Feuerwehr Bregenz-Rieden. Während in Vorarlberg meist eigene Funkenzünfte für Organisation und Durchführung zuständig sind, läuft der Funken in Rieden direkt über die Feuerwehr – im Auftrag der Landeshauptstadt Bregenz. Ganz einzigartig sei dieses Modell nicht, aber selten. "Wir sind sicher eine der wenigen", so Michaela. Landesweit schätzt sie, dass nur fünf bis zehn Feuerwehren den Funken komplett selbst organisieren.

Hier ziehen alle an einem Strang. ©ZVG/VOL.AT

Kein Party-Event, sondern ein Funken für Familien

Ein bewusster Unterschied zeigt sich auch beim Konzept. Der Rieder Funken soll kein großes Party-Event sein. "Wir versuchen immer, familienfreundliche Preise zu machen. Unser Funken ist für Familien mit Kindern gedacht", erklärt Michaela. Rund 30 bis 35 Mitglieder der Feuerwehr sind in diesen Tagen im Einsatz. Der Aufbau startet am Freitag am Parkplatz West. Am Samstag ist die Feuerwehr ab 17.30 Uhr vor Ort, bevor der Funken entzündet wird.

Die Hölzer sammelt die Feuerwehr das ganze Jahr über. ©ZVG/VOL.AT

Anders als bei klassischen Funkenzünften entsteht der Funken nicht aus gesammelten Christbäumen. Verwendet werden Rundhölzer, Palettenholz und Materialien aus Abbrucharbeiten der Stadt Bregenz. Vieles davon wird über das gesamte Jahr hinweg gesammelt und vorbereitet – ehrenamtlich, neben Einsätzen, Übungen und Berufsalltag.

Ein Funkenexemplar aus den vergangenen Jahren. ©ZVG/VOL.AT

Feuerwehr hautnah für die Kleinsten

Für Kinder gibt es neben dem Funken noch ein weiteres Highlight. Die Feuerwehr bringt ihre Einsatzfahrzeuge mit, die vor Ort auch besichtigt werden können. Das mache den Abend für viele Familien besonders. Der emotionale Höhepunkt bleibt dennoch der Moment, wenn die Hexe abbrennt. "Das Funken selbst – mit dem Knall, wenn die Hexe fällt – das gehört einfach dazu."

Das Spektakel lockt Groß und Klein. Kontrolliert wird hier der Brauch vollzogen. ©ZVG/VOL.AT

Am Ende steht eine klare Einladung der Feuerwehr Bregenz-Rieden an die Bevölkerung. Der Funken sei kein Projekt, um Geld zu verdienen, sondern gelebtes Ehrenamt und Brauchtum. "Wir machen das nicht, um Gewinn zu machen, sondern weil es uns wichtig ist", sagt Michaela. "Es geht um Kameradschaft, um Tradition und darum, dass Familien gemeinsam einen schönen Abend verbringen können."

(VOL.AT)

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