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Unsichtbare Garten-Räuber: Diese Strudelwürmer fressen unsere Regenwürmer

Eine Landplanarie aus Wayanad, Kerala, Indien
Eine Landplanarie aus Wayanad, Kerala, Indien ©Wikimedia//L. Shyamal Shyamal
Fleischfressende Strudelwürmer breiten sich in Europa aus. Forschende warnen: Die eingeschleppten Plattwürmer könnten Böden schädigen – auch in Österreich.

Wer neue Pflanzen für den Garten kauft, denkt meist an Blütenpracht – kaum jemand aber an eingeschleppte Räuber im Blumentopf. Genau dort können sie sich verbergen: sogenannte Landplanarien, besser bekannt als Strudelwürmer. Die fleischfressenden Plattwürmer stammen ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen wie Australien oder Brasilien. Durch den internationalen Pflanzenhandel und mildere Winter werden sie zunehmend auch in Europa nachgewiesen.

Fleischfresser mit erstaunlichen Fähigkeiten

Anders als der heimische Regenwurm sind Strudelwürmer keine harmlosen Bodenlockerer. Sie ernähren sich von Regenwürmern, Schnecken, Asseln und Insektenlarven – also von jenen Tieren, die für die Bodenfruchtbarkeit eine zentrale Rolle spielen.

Besonders im Fokus steht die Art Caenoplana variegata. Sie stammt aus Australien und wurde im September 2023 erstmals in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Auffällig ist ihr dunkler, schleimiger Körper mit einem grünlich-braunen Streifen am Rücken. Wie andere Landplanarien produziert sie einen giftigen Schleim, der Fressfeinde abschreckt und Beutetiere lähmt.

Caenoplana variegata in Australien. ©Wikimedia//Rolf Lawrenz

Ihre wohl erstaunlichste Eigenschaft: Wird ein Tier zerteilt, können aus den Fragmenten neue Würmer entstehen. Diese Regenerationsfähigkeit macht eine Bekämpfung schwierig.

Mehr Arten als bisher angenommen

Lange ging man in Deutschland von drei nachgewiesenen gebietsfremden Landplanarien-Arten aus. Nach Angaben von Forschenden der Zoologischen Staatssammlung München und dem Haus des Meeres in Wien sind es inzwischen neun. Europaweit wurden in den vergangenen Jahrzehnten mindestens 25 eingeschleppte Arten dokumentiert.

Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Erstautor einer aktuellen Untersuchung, betont: "Bisher ist leider nur sehr wenig über die eingeschleppten Landplanarien in Deutschland bekannt. Citizen-Science-Projekte in den westlichen Nachbarländern Frankreich, Niederlande und Belgien haben dort zu einem viel besseren Wissensstand geführt. In Deutschland gibt es daher sicherlich noch viel zu entdecken."

Und was bedeutet das für Österreich?

Auch in Österreich sind gebietsfremde Landplanarien bereits nachgewiesen worden – unter anderem durch Forschende des Wiener "Haus des Meeres". Konkrete Zahlen zu einer flächendeckenden Ausbreitung liegen allerdings nicht vor. Fachleute gehen davon aus, dass die Tiere vor allem über importierte Topfpflanzen eingeschleppt werden.

Für Vorarlbergs Hobbygärtner heißt das: Beim Kauf neuer Pflanzen lohnt sich ein genauer Blick auf die Erde. Strudelwürmer verstecken sich tagsüber oft im feuchten Substrat und werden erst bei Dunkelheit aktiv.

(VOL.AT)

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