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Unsichtbare Gefahr im Ländle: 18-Jähriger hält Vortrag über Radon

Leo Widerin hat seine Ergebnisse sehr souverän präsentiert.
Leo Widerin hat seine Ergebnisse sehr souverän präsentiert. ©Canva/Privat
Radon ist unsichtbar und dennoch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Ein 18-Jähriger aus Schruns hat sich intensiv mit dem Gas beschäftigt und zeigt: Die Gefahr ist auch im Ländle real.

"Radon ist nur dann ein Problem, wenn man nichts dagegen unternimmt.“

Mit diesem Satz beendet Leo Widerin seinen Vortrag im Heimatmuseum Schruns. Zuvor hat der 18-Jährige rund 40 Zuhörern erklärt, warum ein Gas, das man weder sehen noch riechen kann, zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko werden kann. Gemeinsam mit Vorarlbergs Radonbeauftragtem Robert Seeberger präsentierte Widerin am 16. April 2026 die Ergebnisse seiner vorwissenschaftlichen Arbeit "Radonbelastung – Gefahr oder Chance?“.

Leo Widerin und Radonbeauftragter Robert Seeberger beim Vortrag im Heimatmuseum Schruns. ©Gerhard Scopoli

Unsichtbare Gefahr aus dem Boden

Radon gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs und ist damit ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Für seine Arbeit führte Widerin Messungen in mehreren öffentlichen Gebäuden sowie in einigen Privathaushalten durch. Seine Arbeit zeigte bereits Wirkung: In mehreren Gebäuden wurden nach seinen Messungen Maßnahmen gegen das Gas ergriffen. "Wir können Radon nicht wahrnehmen, genau das macht es so gefährlich“, erklärt der junge Schrunser.

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran im Gestein entsteht. Es ist unsichtbar, geruch- und geschmacklos und kann über kleinste Risse oder Leitungen in Gebäude eindringen. Wird es in hoher Konzentration eingeatmet, erhöht es das Risiko für Lungenkrebs.

Leo Widerin hat viele Messungen durchgeführt und Statistiken erstellt. ©VOL.AT/PFEFFERKORN

Schockierende Messwerte

Besonders bei den Zahlen wird die Dimension deutlich. Während der offizielle Referenzwert bei 300 Becquerel pro Kubikmeter liegt, berichtet Widerin von deutlich höheren Messungen. "Ich habe oft die Messobergrenze erreicht“, erzählt er. Ein Teil seiner Geräte konnte Werte von etwas über 9.000 Becquerel anzeigen. "Das hat mich schon erschreckt, weil ich nicht gedacht hätte, dass ich so oft so hohe Werte messen werde.“

Mit diesen Messgeräten konnte Widerin die Radonwerte an verschiedenen Standorten prüfen. ©Privat

Vom Flyer zum Forschungsthema

Ideengeber für das Thema der Arbeit war ein Informationsschreiben seiner Heimatgemeinde Schruns. "Die Gemeinde hat einen Flyer verschickt, dass wir als Radon-Schutzgebiet eingestuft worden sind“, erzählt Widerin. Das habe sein Interesse geweckt. "Mich hat fasziniert, dass ein Gas, das man nicht sieht, nicht riecht und nicht schmeckt, trotzdem so große gesundheitliche Risiken haben kann“, sagt der 18-Jährige. Aus dieser Neugier entwickelte sich schließlich seine vorwissenschaftliche Arbeit.

Mehrere Auszeichnungen

Widerin absolvierte 2025 seine Matura am Bundesgymnasium Bludenz. Für seine vorwissenschaftliche Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dr.-Hans-Riegel-Fachpreis. Der Weg dorthin war jedoch aufwendig. "Microsoft Excel hat mich oft gewurmt“, sagt er. "Da habe ich brutal viele Stunden investiert und viele Nerven verloren.“ Insgesamt wertete er mehrere Tausend Datensätze aus.

Direktor Mag. Gerald Fenkart, Leo Widerin und Betreuer sowie Klassenvorstand Dr. Michael Salzgeber bei der Verleihung des Dr.-Hans-Riegel-Fachpreises. ©Privat

"Lüften, lüften und nochmals lüften."

Ganz schutzlos ist man der unsichtbaren Gefahr jedoch nicht ausgeliefert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Radonbelastung zu reduzieren - von baulichen Maßnahmen bis hin zu technischen Lösungen. Oft hilft jedoch bereits eine einfache Methode: regelmäßiges Lüften. "Eine effektive und auch billige Methode ist es, regelmäßig die Fenster zu öffnen“, erklärt Widerin. "Lüften, lüften und nochmals lüften“, bestätigt auch Vorarlbergs Radonbeauftragter Robert Seeberger.

"Radon ist nur dann ein Problem, wenn man nichts dagegen unternimmt." ©VOL.AT/Pfefferkorn

Thema bleibt präsent

Auch nach Abschluss seiner Arbeit bleibt das Thema für Widerin präsent. Mit eigenen Messgeräten behält er die Radonwerte bei sich zuhause im Blick und unterstützt bei Bedarf auch Bekannte. "Wenn mich jemand fragt, ob ich messen kann, mache ich das natürlich gerne“, sagt der 18-Jährige. Für ihn ist klar: Wer die Gefahr kennt, kann sich schützen und dieses Wissen teilt er gerne mit seinen Mitmenschen.

(VOL.AT)

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