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US-TV-Legende macht unfreiwillig Schluss

CBS zieht den Stecker: Stephen Colberts "Late Show" endet
CBS zieht den Stecker: Stephen Colberts "Late Show" endet ©AFP
Nach elf Jahren endet in der Nacht auf Freitag Stephen Colberts "Late Show". Der US-Talker verabschiedet sich damit von der erfolgreichsten Late-Night-Sendung des Landes. Die letzten Gäste der Show zeigen, welchen Stellenwert Colbert in der amerikanischen TV-Landschaft erreicht hat.

Kurz vor Mitternacht US-Ostküstenzeit läuft am Donnerstag die finale Ausgabe von "The Late Show with Stephen Colbert". Der Sender CBS hält den Inhalt der Abschiedssendung weitgehend geheim. Fest steht aber bereits: Die vergangenen Wochen standen ganz im Zeichen des Abschieds.

Stephen Colbert bei den letztjährigen Emmy Awards in Los Angeles. ©AFP

Prominente Gäste zum Finale

Zu den letzten Gästen gehörten unter anderem Oprah Winfrey, Regisseur Steven Spielberg, Musiker Bruce Springsteen und Colberts Vorgänger David Letterman. Bereits bei den Emmy Awards im vergangenen September erhielt der Moderator stehende Ovationen.

Das Ende der Sendung kam für viele Beobachter überraschend. Colbert erklärte mehrfach, dass er gerne noch länger weitergemacht hätte. CBS beendete die in New York produzierte Show dennoch vorzeitig, obwohl ursprünglich längerfristige Verträge bestanden.

Diskussionen um wirtschaftlichen und politischen Druck

CBS begründete die Entscheidung mit wirtschaftlichen Gründen. Laut Sender sei "The Late Show" angesichts sinkender Zuschauerzahlen und rückläufiger Werbeeinnahmen nicht mehr rentabel.

In den USA wird allerdings auch über politische Hintergründe spekuliert. Der Mutterkonzern Paramount Skydance befand sich zum Zeitpunkt der Entscheidung in Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit Warner Bros. Dafür war die Zustimmung der US-Regierung notwendig.

Zusätzliche Diskussionen löste eine außergerichtliche Einigung mit Donald Trump aus. Dabei erhielt der ehemalige US-Präsident laut Berichten 16 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einem Streit um einen TV-Beitrag über Kamala Harris. Colbert kritisierte diese Einigung in seiner Sendung scharf und sprach von "einer großen, fetten Bestechung". Wenige Tage später wurde das Ende seiner Show bekanntgegeben.

Vom Satiriker zur Stimme gegen Trump

Stephen Colbert wurde zunächst als Korrespondent der Satire-Sendung "The Daily Show" bekannt. Den großen Durchbruch schaffte er 2005 mit "The Colbert Report", in dem er einen überspitzt konservativen Politikkommentator spielte.

Dort prägte er auch den Begriff "Truthiness", der sich sinngemäß als "gefühlte Wahrheit" übersetzen lässt. Colbert kritisierte damit früh den Trend, persönliche Überzeugungen über Fakten zu stellen.

Mit dem Start der "Late Show" im Jahr 2015 wandelte sich sein Stil. Die Sendung entwickelte sich zunehmend zu einem politischen Format – insbesondere während der Präsidentschaft Donald Trumps. Colbert positionierte sich dabei offen kritisch gegenüber Trump und wurde zum erfolgreichsten Moderator im US-Late-Night-TV.

Zukunft noch offen

Wie es für den 62-Jährigen weitergeht, ist bislang unklar. Bekannt ist lediglich, dass Colbert an einem neuen Film im "Herr der Ringe"-Universum als Co-Autor mitarbeiten wird.

Immer wieder wird auch über eine mögliche politische Karriere spekuliert. Colbert selbst hatte jedoch mehrfach erklärt, dass er sich nicht als Teil eines politischen Widerstands sehe. In einem CNN-Interview sagte er 2019 über Donald Trump: "Ich arbeite nicht gegen ihn. Ich bin nicht der Widerstand."

Auf die Frage, ob Trump eines Tages positiver bewertet werden könnte, antwortete Colbert damals scherzhaft: "Klar, wenn unser nächster Präsident ein Einzeller wird, dann sieht Trump im Vergleich super aus."

(VOL.AT)

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