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US-"Weltuntergangsflugzeug" plötzlich in Stuttgart aufgetaucht

©Wikimedia/Alan Wilson/SA 2.0
Eine Boeing E-6B Mercury der US Navy ist seit 11. Mai am Flughafen Stuttgart stationiert. Das Spezialflugzeug dient im Ernstfall als fliegender Kommandoposten für die Kommunikation mit amerikanischen Atom-U-Booten.

Die auffällige, weiß lackierte Boeing E-6B Mercury sorgt derzeit am Flughafen Stuttgart für Aufmerksamkeit. Das Flugzeug der US Navy landete am 11. Mai auf dem militärischen Teil des Airports und ist seither dort abgestellt. Bei der E-6B handelt es sich um einen fliegenden Gefechtsstand, der im Krisen- oder Kriegsfall die militärische Kommunikation der USA sicherstellen soll.

Spezialflugzeug für atomare Kommando-Ketten

Die E-6 Mercury basiert ursprünglich auf der Boeing 707, wurde jedoch umfassend militärisch umgebaut. Insgesamt betreibt die US Navy 16 Maschinen dieses Typs. Heimstationiert sind sie auf der Tinker Air Force Base im US-Bundesstaat Oklahoma und auf zwei Staffeln verteilt.

Die Hauptaufgabe der E-6B besteht darin, die Verbindung zu strategischen U-Booten der USA aufrechtzuerhalten. Im äußersten Ernstfall könnte das Flugzeug auch Startbefehle für Atomraketen übermitteln. Wegen dieser Funktion wird die Maschine häufig als "Doomsday Plane" – also "Weltuntergangsflugzeug" – bezeichnet.

Antennen mit mehreren Kilometern Länge

Besonders auffällig sind die speziellen Kommunikationssysteme der Maschine. Die E-6B kann Schleppantennen mit bis zu 8,5 Kilometern Länge hinter sich herziehen. Diese senden im Very-Low-Frequency-Bereich (VLF), wodurch Signale auch zu tief getauchten U-Booten gelangen können.

Eine weitere Antenne mit rund 1500 Metern Länge befindet sich ebenfalls im Heckbereich. Zusätzliche Sensoren und Kommunikationssysteme sitzen an den Flügelspitzen sowie auf dem Rumpf. Sämtliche Technik ist gegen elektromagnetische Impulse abgeschirmt, wie sie etwa bei nuklearen Explosionen entstehen können.

Modernisierte Version seit 2003 im Einsatz

Die ursprüngliche E-6A wurde bis 2003 auf den heutigen Standard E-6B modernisiert. Dabei erhielt die Flotte unter anderem das Satellitenkommunikationssystem MILSTAR. Erkennbar ist dieses Upgrade an einem markanten Aufbau auf der Oberseite des Rumpfes.

Zusätzlich kann die E-6B auch als fliegender Befehlsstand für die US Air Force eingesetzt werden. Dafür wurde ein spezielles Airborne Launch Control System integriert, mit dem theoretisch auch landgestützte Interkontinentalraketen der USA gesteuert werden können.

Derzeit modernisiert Northrop Grumman die gesamte Flotte weiter. Bis 2027 sollen alle Maschinen auf den sogenannten Block-II-Standard gebracht werden. Die erste entsprechend umgerüstete E-6B wurde laut US Navy bereits 2023 übernommen.

(VOL.AT)

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