VCÖ fordert Anpassungen an Klimawandel in Vorarlbergs Städten
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hebt hervor, dass in Vorarlbergs urbanen Zentren mit über 10.000 Einwohnern rund 30 Prozent der versiegelten Oberflächen durch Verkehrsflächen wie Straßen und Parkplätze verursacht werden. Diese Flächen absorbieren besonders an heißen Tagen viel Wärme, was die Umgebungstemperatur steigert und die Lebensqualität der Bevölkerung beeinträchtigt. Insbesondere Gehwege in direkter Sonneneinstrahlung werden dadurch für bestimmte Personengruppen, darunter ältere Menschen und chronisch Kranke, unzugänglich.
Der Klimawandel erfordert Handlungsbedarf
Angesichts des wärmsten Winters in Österreichs Aufzeichnungsgeschichte und einer Zunahme von Extremwetterereignissen unterstreicht der VCÖ die Dringlichkeit von Maßnahmen. Katharina Jaschinsky vom VCÖ betont die Notwendigkeit, eine weitere Versiegelung zu verhindern und besondere den städtischen Raum an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.

Unterschiedliche Anteile versiegelter Flächen
Die VCÖ-Analyse, basierend auf Daten der Österreichischen Raumordnungskonferenz und des Umweltbundesamtes, zeigt auf, dass der Verkehrsanteil an den versiegelten Flächen in Österreichs Landeshauptstädten durchschnittlich bei einem Drittel liegt. Mit 40 Prozent weist St. Pölten den höchsten und Graz mit 28 Prozent den niedrigsten Anteil auf. Bregenz, Wien, Salzburg und Linz liegen mit rund 31 Prozent im Mittelfeld, während in Vorarlberg die Werte zwischen 25 Prozent in Hard und 33 Prozent in Bludenz und Hohenems variieren.
Maßnahmen gegen die Hitze
Die zunehmende Erwärmung verlangt nach einer beschleunigten und intensivierten Umsetzung von Entsiegelungsprojekten und der Bepflanzung mit schattenspendenden Bäumen sowie der Anlage von Grünflächen entlang der Straßen. Besonders auf großen Parkflächen von Einzelhandelsketten könnten versickerungsfähige Beläge und Baumpflanzungen das Mikroklima verbessern und gleichzeitig bei Starkregenereignissen als Wasserreservoir dienen.
Umsetzung des Schwammstadtprinzips
Das Schwammstadtprinzip, welches eine vermehrte Wasserspeicherung und mehr Raum für die Wurzeln der Bäume vorsieht, sollte verstärkt Anwendung finden. Durch solche Maßnahmen könnte die städtische Infrastruktur besser an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst und die Lebensqualität der Stadtbewohner nachhaltig verbessert werden.
(VOL.AT)