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Verantwortung abgeschoben: Nach Inferno in Bar geraten Betreiber unter Druck

Crans-Montana: Neue Details zur Brandnacht werfen dunklen Schatten auf Betreiber
Crans-Montana: Neue Details zur Brandnacht werfen dunklen Schatten auf Betreiber ©AFP
Nach dem verheerenden Brand in der Bar "Le Constellation" mit 40 Todesopfern rücken die Ermittlungen gegen die Betreiber in den Fokus. Im Verhör wiesen sie jede Verantwortung zurück – und gaben stattdessen dem Servicepersonal die Schuld.

Feuer durch Wunderkerzen löste Katastrophe aus

Am Neujahrstag war gegen 1.27 Uhr im Keller der Bar ein Feuer ausgebrochen. Auslöser war nach bisherigen Erkenntnissen eine Feuerfontäne auf einer Champagnerflasche, deren Funken die mit Schaumstoff verkleidete Decke entzündeten. Innerhalb von Sekunden breitete sich das Feuer aus. 40 Menschen kamen ums Leben, 115 weitere wurden verletzt, viele davon schwer.

Betreiber weisen Schuld von sich

Die Betreiber Jacques und Jessica Moretti wurden mittlerweile vernommen. Jacques Moretti, derzeit in Untersuchungshaft, erklärte laut italienischer Medien, er habe alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten und sehe sich selbst nicht in der Verantwortung. Seine Frau gab an, die Kellner hätten eigenmächtig entschieden, Flaschen mit Wunderkerzen in den Gastraum zu bringen. Sie habe sie lediglich gebeten, die Flaschen schräg zu halten.

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Jessica Moretti wies zudem den Verdacht zurück, mit der Barkasse geflohen zu sein. Sie sei lediglich nach draußen gerannt, um die Feuerwehr zu alarmieren. Laut Staatsanwaltschaft ist sie auf Videoaufnahmen zu sehen, die die Entstehung des Brandes dokumentieren.

Genehmigung trotz bekannter Mängel

Schon Tage vor dem Unglück hatte die Gemeinde Crans-Montana einen Bauantrag des Betreibers genehmigt – allerdings nur in Bezug auf Lärmschutz. Hinweise auf bekannte Brandschutzmängel wurden nicht berücksichtigt. Diese waren bereits 2018 und 2019 bei Kontrollen dokumentiert worden. Unter anderem fehlten korrekt platzierte Feuerlöscher und Evakuierungspläne, auch eine Schulung des Personals war gefordert worden. Konsequenzen hatte es damals keine.

Brandschutzmängel blieben jahrelang unbeachtet

Der geplante Umbau betraf lediglich die Verglasung der Terrasse zur Straßenseite und sollte laut Amtsblatt bis 19. Jänner 2026 umgesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt lagen der Gemeinde bereits Beschwerden wegen Partylärms vor – nicht aber aktuelle Informationen zum Brandschutz.

Obwohl bereits 2025 erneut Lärmmessungen durchgeführt wurden, verzichtete die Gemeinde auf eine eigene Kontrolle. Die zuletzt geforderten Sicherheitsmaßnahmen blieben unbeachtet. Am geplanten Umbau wurde letztlich nicht mehr gearbeitet.

(VOL.AT)

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