Verschollene Gin-Kugel nach zwei Jahren im Bodensee gefunden
Erfolgreiche Bergung nach langwieriger Suche. Silvan Paganini vom Schiffsbergeverein konnte das über zwei Jahre alte Rätsel um den verschwundenen Metallbehälter lösen. Der mit Gin gefüllte Behälter befand sich rund 100 Meter entfernt von seinem ursprünglichen Versenkungsort, war jedoch vollständig von Quagga-Muscheln bedeckt und daher nicht sofort erkennbar.
Moderne Technik führt zum Durchbruch
Nachdem frühere Suchversuche durch Polizeitaucher und Spezialfirmen mit Schleppsonar erfolglos verliefen, setzte der Vereinspräsident auf fortschrittliche Sidescan-Sonar-Technologie. Mit einem ferngesteuerten Tauchroboter konnten mehrere Zielobjekte visuell untersucht werden, bis schließlich das vollständig bewachsene Objekt am Seegrund identifiziert wurde.
Schwierige Bergungsbedingungen erschwerten die Suche
Die Auffindung gestaltete sich besonders herausfordernd, da das Gelände am Seegrund mit Baumstämmen, Steinbrocken und Stahlträgern einer ehemaligen Badeanstalt übersät ist. Der tiefe Schlick ließ schwere Gegenstände sofort einsinken, und die ursprüngliche Verpackung in eine schwarze Plane machte die Kugel zusätzlich unkenntlich.
Aufklärung des Verschwindens
Paganini vermutet keinen Diebstahl oder Scherz hinter dem Verschwinden, wie der ORF berichtet. Bei einem Gewicht von 800 Kilogramm wäre ein Scherz praktisch unmöglich gewesen. Vielmehr geht er von einem technischen Fehler beim Absetzen aus, möglicherweise durch vorzeitige Auslösung, falsche GPS-Koordinaten oder starke Abdrift am Grund.
Der 230 Liter fassende Edelstahlbehälter im Wert von etwa 40.000 Euro wurde anschließend an die Herstellerfirma zurückgegeben, die den Gin ursprünglich 100 Tage lang im See lagern wollte, um ein besonderes Aroma zu erzielen.
(VOL.AT)