Verstappen-Vater warnt: "So wird Max keinen Spaß mehr haben"
Jos Verstappen hat deutliche Kritik an der aktuellen Formel 1 geübt. In einem Interview mit der niederländischen Zeitung "De Telegraaf" äußerte sich der Vater des vierfachen Weltmeisters Max Verstappen kritisch über die Entwicklung der Rennserie. Im Fokus stehen dabei vor allem technische Veränderungen und deren Einfluss auf den Rennsport.
Kritik an Technik und Racing
Jos Verstappen sieht die Entwicklung der Formel 1 kritisch und bemängelt insbesondere den Einfluss des Energiemanagements auf das Fahrverhalten. Wörtlich sagte er: "Als Fahrer sollte man für Mut und Können belohnt werden. Aber wenn du jetzt so schnell wie möglich durch eine Kurve fährst, bist du über eine Runde gesehen am Ende langsamer." Sein Fazit fällt deutlich aus: "Es geht nur noch darum, die Batterie zu managen."
Das macht es für einen Fahrer wie Max auch schwieriger, den Unterschied zu machen." Auch bei Überholmanövern sieht er eine Veränderung: "Sich im Windschatten heranzufahren und dann auszubremsen, um zu überholen – darum geht es beim Racing in meinen Augen." Und weiter: "Jetzt sieht man viele Überholmanöver schon auf halber Geraden, weil der andere Fahrer keine Energie mehr hat. Sorry, das hat nichts mit einem echten Überholmanöver zu tun."
Sorge um Motivation von Max Verstappen
Neben der technischen Entwicklung kritisiert Jos Verstappen auch den Umgang mit seinem Sohn in der Öffentlichkeit. "Weißt du, bei all diesen Kommentaren könnte ich wirklich wütend werden", sagte er. Viele würden seiner Meinung nach Aussagen nur tätigen, "um im Gespräch zu bleiben".
Zugleich verteidigt er die direkte Art seines Sohnes: "Dass Max so direkt ist, sollte man schätzen. Oder wollen sie nur Ja-Sager im Sport?" Besonders deutlich wird er bei der Frage nach der Zukunft seines Sohnes: "Ehrlich gesagt habe ich Angst, dass Max seine Motivation verliert."
Vergleich mit GT3-Rennen
Als Gegenbeispiel nennt Jos Verstappen einen Einsatz seines Sohnes auf der Nordschleife am Nürburgring. Dort sei das Fahrerlebnis anders gewesen. "Max fand es dort großartig, das merkt man an allem." Der Unterschied liege laut ihm in der geringeren technischen Komplexität: "Beim Fahren eines GT3-Autos muss er nicht ständig an das Aufladen der Batterie denken und kann viel mehr nach Instinkt fahren."
Aktuelle sportliche Situation
Sportlich läuft es für Max Verstappen derzeit nicht optimal. Beim Großen Preis von Japan startet er von Position elf. In der Qualifikation musste er sich bereits zum zweiten Mal in dieser Saison seinem Teamkollegen Isack Hadjar geschlagen geben.
(VOL.AT)