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Video online: Erstversorgung im Notfall!

Im Notfall zählt jede Hilfe. Med Konkret gab Einblicke in die Ersthilfe und Versorgung im Schockraumes eines Spitals.

In Vorarlberg ist Hilfe im Notfall meist schnell zur Stelle. Dafür sorgt ein dichtes Netz an boden- und luftgebundenen Rettungs- bzw. Notarztstützpunkten. Allerdings brauchen auch professionell geschulte Einsatzkräfte die Unterstützung von Laienhelfern. „Jedes Glied in einer Rettungskette ist wichtig“, betonte Primar Reinhard Folie, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am LKH Bregenz, denn es zählt jede Minute. Bei einem Herzstillstand beispielsweise sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 7 bis 10 Prozent pro Minute. „Auch deshalb spielen Ersthelfer eine wichtige Rolle in diesem System“, erklärte Folie. Sie sind es, die die Brücke zu geschulten Einsatzkräften bauen, was das Überleben eines Patienten um den Faktor 2 bis 5 verbessert.

„Jeder kann etwas tun“

Der Intensivmediziner nahm die Teilnehmer am virtuell ausgestrahlten Med Konkret auch gleich mit auf einen Exkurs durch die Laienreanimation. Seine wichtigsten Botschaften: „Jeder kann etwas tun. Sich selbst nicht in Gefahr bringen und frühzeitig die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle alarmieren, damit ein Rettungsteam in Gang gesetzt werden kann.“ Am häufigsten sind Reanimationen im häuslichen Umfeld. Eine sofortige Wiederbelebung ist etwa bei Herzkreislauf-Ereignissen nötig und, wenn keine Atmung mehr feststellbar ist.

Anleitung zur Erstversorgung per Telefon

Möglichst genaue Angaben erleichtern dem Leitstellendisponenten die Alarmierung des richtigen Rettungsmittels. „Unbedingt am Telefon bleiben. Der Leitstellendisponent leitet den Helfer an, bis das Einsatzteam vor Ort ist und die weitere Behandlung des Betroffenen übernimmt“, verdeutlichte Reinhard Folie. Noch etwas gab er zu bedenken: „Wenn man die Mund-Nasen-Beatmung nicht sicher beherrscht, nur die Herzdruckmassage durchführen.“ Ist ein Defibrillator greifbar, diesen zur Hand nehmen. „Damit können Sie nichts falsch machen. Das Gerät gibt klare Anweisungen“, insistierte der Arzt und legte den Menschen ans Herz, die Ersthilfe regelmäßig zu üben, um besser zu werden.

Notfallpatienten werden im Schockraum versorgt

Oberarzt Hannes Lienhart, Intensivmediziner im LKH Feldkirch, erläuterte anschaulich, was nach der Ersthilfe im Krankenhaus abläuft. Erste Station von Notfallpatienten ist der Schockraum. Das LKH Feldkirch verfügt über zwei Schockräume. Jährlich werden dort 300 bis 400 Abklärungen durchgeführt. Im Schockraum landen Patienten, bei denen lebenswichtige Funktionen wie Bewusstsein, Atmung und Kreislauf gestört sind. „Die Erstversorgung erfolgt nach einem straff standardisierten Schema“, erläuterte Lienhart. Es gibt außerdem fix definierte Aufnahmekriterien, zu denen unter anderem der Unfallmechanismus zählt, also wie sich ein Unfall abgespielt hat.

Koordinierter Ablauf im Krankenhaus

Über eine Telefonnummer, die rund um die Uhr besetzt ist, erreicht der Notarzt vor Ort direkt den diensthabenden Schockraumkoordinator, bei dem es sich in jedem Fall um einen Facharzt für Anästhesie handelt. „Der wiederum informiert anhand der eingegangenen Informationen das entsprechende Behandlungsteam“, führte Lienhart weiter aus. Dieses besteht aus einem Basisteam, und je nach Krankheits- oder Verletzungsbild werden andere medizinische Disziplinen beigezogen. Sind Kinder betroffen, ist von Anfang an ein Kinderarzt dabei. Der Schockraum selbst ist mit allen notwendigen Gerätschaften ausgestattet. „Im Notfall könnten wir dort sogar operieren“, merkte Lienhart an. Auch einen CT gibt es. Das spart Zeit, die oft kostbar ist. Die Versorgung des Patienten erfolgt dann in Phasen: Stabilisierung, bildgebende Diagnostik, konsiliarärztliche Untersuchung, Weiterbehandlung auf der Station. Damit jeder Handgriff jederzeit sitzt, werden regelmäßig Simulationstrainings durchgeführt.

Den gesamten Vortrag sowie die Fragen der Zuschauer können Sie jetzt im Video nachsehen.

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